Leezen : Ein Kornspeicher für den Lebensabend

Das Duo  Stefan Häusler (r.) und Jörg Malenke wollen 18 Zweiraum-Wohnungen auf zwei Etagen etablieren.
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Das Duo Stefan Häusler (r.) und Jörg Malenke wollen 18 Zweiraum-Wohnungen auf zwei Etagen etablieren.

Zwei Handwerker wollen Gebäude in Leezen für altersgerechtes Wohnen umbauen

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01. März 2018, 08:00 Uhr

Die Wintersonne scheint durch die Fenster. Sie malt lange Schatten auf den Holzfußboden. Die Zeit scheint still zu stehen im alten Kornspeicher von Leezen, wo noch die Einfülltrichter für das Getreide an der Decke des Dachgeschosses hängen. Doch bald könnten Bauleute das seit 2016 leer stehende Gebäude aus seinem Schlaf erwecken. Zwei befreundete Handwerker haben das Gebäude gekauft und wollen darin Wohnungen für Senioren unterbringen.

„Die Idee entstand beim Fußball“, sagt Stefan Häusler, der selbst in Rampe wohnt. Da erzählte ihm ein Bekannter, das Gebäude sei zu verkaufen. Häusler ist Inhaber einer Trockenbaufirma und hat schon viele Jahre Erfahrung mit Bauprojekten, aber eher als Auftragnehmer. Mit Jörg Malenke aus Schwerin, dem eine Sanitär- und Heizungsfirma gehört, hat er vor einigen Jahren bereits in der großherzoglichen Leinenweberei im Großen Moor zehn Einheiten für altersgerechtes Wohnen umgebaut. „Wir kennen uns schon ewig“, erklärt Stefan Häusler. „Seit unserer Jugendzeit“, ergänzt Jörg Malenke. „Wir arbeiten schon lange zusammen und wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können.“ Das geplante Bauprojekt ist eine große Nummer für die beiden kleinen Unternehmer, sie planen Kosten von einer bis eineinhalb Millionen Euro ein. Dabei sei es für Selbstständige wie sie gar nicht so einfach, einen Kredit bei einer Bank zu bekommen. „Wir müssen mit dreifacher Sicherheit bürgen.“

Beide sind allerdings sehr optimistisch, was die Umsetzung ihres Bauvorhabens betrifft. „Wenn wir die Baugenehmigung bekommen und die Gemeinde zustimmt“, so Stefan Häusler einschränkend. „Für die zehn Wohnungen im Großen Moor hatten wir pro Wohnung 60 bis 80 Interessenten.“

Auf zwei Etagen sollen im alten Kornspeicher 18 Zweiraum-Wohnungen von je 55 Quadratmetern entstehen, rollstuhlgerecht und mit breiten Türen. Dafür soll der Bau aus den 1930-er Jahren entkernt und die Deckenhöhen verändert werden. Für das Erreichen der oberen Etage soll ein Fahrstuhl eingebaut werden. Die Bäder sollen moderne Fliesen erhalten, die Duschen mit ein mal 1,20 Meter eine Größe haben, dass für Pflegebedürftige eine zweite Person bei der Hygiene behilflich sein kann. Auf der Südseite ist für alle Wohnungen im Erdgeschoss eine Terrasse eingeplant, für alle oberen ein Balkon. „Dabei ist uns wichtig, dass die Wohnungen für Rentner bezahlbar bleiben“, betont Stefan Häusler. Bei der Planung hatte er kompetente Beratung: seine Eltern haben schon Interesse angemeldet. Wie vielen ihrer Altersgenossen wird ihnen die Arbeit mit ihrem jetzigen Haus samt Grundstück zu beschwerlich.

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