zur Navigation springen

Patrick Becker mit 21 Jahren Küchenchef in Raben Steinfeld : Ein Koch greift nach den Sternen

vom

Patrick Becker ist 21 Jahre jung, hat aber schon eine beachtliche Karriere gemacht. Er ist seit Jahresbeginn Küchenchef in Raben Steinfeld. Und hat große Pläne, um die Gäste zu verwöhnen. Patrick greift nach den Sternen.

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2012 | 10:33 Uhr

Raben Steinfeld | Von wegen große weiße Kochmütze. Wenn Patrick Becker in die Küche des Restaurants "Rabenstein" kommt, dann ist der junge Mann in elegantem Schwarz gekleidet. Das sei viel praktischer als die traditionell weiße Arbeitsjacke und sehe auch besser aus. Recht hat er, der 21-Jährige aus Klinken, der seit Jahresbeginn Küchenchef in Raben Steinfeld ist. Und der große Pläne hat, um die Gäste zu verwöhnen. Patrick greift nach den Sternen. Erst mal nach einem ganz besonderen, der vom "Guide Michelin" für herausragende Leistungen in der Gastronomie vergeben wird. Nur sechs seiner Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern können sich derzeit mit dieser Ehre schmücken. Mit einem arbeitet Patrick bereits zusammen: André Münch vom Gutshaus Stolpe bei Anklam ist regelmäßig im "Rabenstein" zu Gast, um gemeinsam mit seinem jungen Kollegen Kochseminare anzubieten. "Für mich ist das eine tolle Gelegenheit, weiter zu lernen, Ideen zu entwickeln und nicht zuletzt auch etwas Rückendeckung für meine neue Tätigkeit zu bekommen", sagt

Patrick. Diese neue Tätigkeit hat es in sich. Wer Küchenchef ist, steht für große Verantwortung, ansprechende Menüs, hohe Qualität der Speisen und einen angemessenen Service. Hinzu kommen der Einkauf, die Kalkulation und die Personalführung. Das ist eine Herausforderung für jeden gestandenen Koch. Aber wie fühlt sich das an, wenn man erst 21 Jahre jung ist? "Total gut", sagt Patrick. Er hat das nötige Rüstzeug, jede Menge Erfahrungen, ausreichend Ehrgeiz und vor allem eines: Leidenschaft. "Koch zu sein ist kein Beruf. Das ist eine Berufung. Man muss diese Arbeit lieben, sonst wird das nichts." Nichts mit beruflicher Tätigkeit, wenn andere frei haben - am späten Abend ebenso wie an Wochenenden oder in der klassischen Urlaubszeit. Und es wird auch nichts damit, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn es in Töpfen und Pfannen sowie im Team heiß hergeht. "Die Arbeit in der Küche setzt ein großes Maß an Belastbarkeit voraus. Physisch, weil auch schwere Dinge zu heben sind und Stress nicht nur in Stoßzeiten auftritt. Auch psychisch sollte man einiges aushalten können: Man muss sich unterordnen können und die Hierarchie akzeptieren. Hinter dem Herd herrscht ein rauer Ton", weiß Patrick. Das sei nie persönlich gemeint, hat er erfahren. In seiner Ausbildung und in drei Wiener Nobelrestaurants, in denen er bereits tätig war.

Gut zu essen hat in seiner Familie einen großen Stellenwert, sagt Patrick über den Grundstein für seinen beruflichen Werdegang. Ein frühes Praktikum habe ihn bestärkt - trotz Fußboden schrubben und Kühlhaus reinigen. Die dreijährige Ausbildung absolvierte er an der Beruflichen Schule in Parchim und bei Karsten Lorenz im Crivitzer "Waldschlösschen". "Ihm habe ich viel zu verdanken. Er hat mich in die Kunst des Kochens eingeweiht, hat mich motiviert, schon als Azubi an Wettbewerben teilzunehmen. Und er hat mir klar gemacht, dass man in viele Töpfe gucken muss, um ein guter Koch zu werden." Und das hat Patrick Becker getan. Er flog nach Wien zum Vorstellungsgespräch, unterschrieb sofort seinen Vertrag und brach fünf Tage später seine Zelte in Deutschland ab, um zunächst im Wohnwagen auf einem Campingplatz der österreichischen Hauptstadt unterzukommen. Beruflich ging es vom Radisson Blu Style über das "Imperial" in die absolute Spitzenklasse - das "Palais Coburg", einem Fünf-Sterne-Plus-Hotel mit allen Möglichkeiten, welche die Haute Cuisine bietet. Aber auch mit 16 Stunden Arbeit am Tag. Patricks Engagement wurde belohnt: Der Jungkoch stieg auf zum Demi-Chef, sein Können war gefragt. Das ist es heute, zurück in der Heimat, immer noch. "Ich möchte eigene Ideen verwirklichen und das Team mitreißen, damit unser Restaurant das Beste in der Region wird." Ein hoher Anspruch. Dafür lässt sich der junge Chef schon Besonderes einfallen. Zum Beispiel ein weißes Tomatensüppchen, für das der edle Saft der eigentlich ja roten Früchte mit Gewürzen extrahiert und dann mit Sahne gebunden wird. Lecker! Und was mag der Koch, der nach den Sternen greift, am liebsten? "Tiefkühl-Pizza. Die ist schnell fertig, schmeckt gut und lässt sich auch am Computer essen, wenn ich relaxe."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen