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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 18:41 Uhr

Kaninchenwerder : Ein Kleinod mit Schattenseiten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kaninchenwerder ist aus dem Winterschlaf erwacht – erste Schäden wurden behoben, doch die Mängelliste ist noch lang

von
erstellt am 22.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Die Liste der schönen Plätze ist lang. Die Liste der Aufgaben, die noch zu erledigen sind, ebenso. Das Kleinod Kaninchenwerder lockt über die Sommermonate zahlreiche Schweriner und Besucher über den Innensee. Doch damit das Naturschutzgebiet möglichst lange erhalten bleibt, gehe es nicht ohne viel Arbeit, betont Harald Fuchs von der Naturschutzbehörde. Und diese Arbeit teilen sich die Mitarbeiter der Naturschutzstation, die Mitglieder des Verbundes für Soziale Projekte (VSP), der einen Teil der Anlagen für ein soziales Jugendprojekt gemietet hat, zusammen mit der Stadt Schwerin. Denn auch Steffen Bohnsack von der SDS ist regelmäßig auf Kaninchenwerder im Einsatz. „Die Wiesen müssen mindestens einmal im Jahr gemäht werden, denn wir wollen die Insel ja nicht ganz der Natur überlassen“, sagt Bohnsack, der die Insel so gut wie seine Westentasche kennt. Zu jedem Baum und jeden Stein kann er etwas erzählen. Aber Bohnsack kennt eben auch die Schwachstellen. „Hier, das geht gar nicht“, sagt er und zeigt auf alte Dachpappe auf einer Wiese hinter den Wirtschaftsgebäuden. Die Mülleimer sind randvoll. Auch alter Draht und Blech gehörten dort nicht hin. „Kaninchenwerder ist ein Naturschutzgebiet“, betont Harald Fuchs. Aber es solle auch für die Menschen zugänglich bleiben. „Also jedenfalls einige Areale“, fügt er hinzu. Und so steht nun auch die Frage im Raum, was mit den Bäumen rund um den Aussichtsturm passiert. „Der Blick ist wirklich etwas getrübt. Wir müssen über Sichtachsen reden“, sagt Ulf Bähker von der Naturschutzstation. Doch bei diesem Thema gibt es noch Diskussionsbedarf, immerhin stehen viele alte und vor allem auch seltene Bäume auf der Insel. Fest steht hingegen, dass das alte Holzhaus am Hafengelände abgerissen wird. „Es wurde nun schon lange nicht mehr genutzt und kommt weg“, sagt Harald Fuchs.

Das Jugendwerk Die Insel gGmbH, Pächter des Südwestzipfels der Insel mit Wirtschaftshaus, einem Teil der Steganlagen und der umliegenden Wiesen, wird auch in diesem Jahr gemeinsam mit dem VSP die gastronomische Versorgung übernehmen. „Ab dem 2. Juni werden wieder Getränke und ein guter Imbiss auf der Insel angeboten“, erklärte Tino Jablonski vom VSP. Seit 2009 leitet er die Geschicke auf der Insel Kaninchenwerder und kennt auch die Vorwürfe. „Es heißt immer, dass wir als Verein nichts tun, doch die wirkliche Arbeit sieht keiner“, wehrt er sich gegen unausgesprochene Vorwürfe. Doch schon seit einigen Wochen sind er und die zeitweise sechs Jugendlichen mit Holzarbeiten beschäftigt. „Eben nicht nur der Sturm sorgt hier für Arbeit, sondern auch der Pilzbefall. Und umgeknickte Bäume müssen eben aus dem Weg geräumt werden“, sagt Jablonski. In den vergangenen Jahren wurde bereits das Fachwerkhaus saniert, Sanitäranlagen geschaffen, der Hafen instand gesetzt und die Ausstattung „in Schuss“ gehalten.

Nach der Bestandsaufnahme ist klar: Es gibt noch viel zu tun. Doch das geht wie immer nicht ohne finanzielle Mittel und freiwillige Helfer. „Es wäre schön, wenn sich Ehrenamtler finden, die nicht nur für Ordnung sorgen wollen, sondern auch in Sachen Umweltschutz oder bei ornithologische Exkursionen aushelfen“, sagt Harald Fuchs. Denn klar ist auch, dass der Tourismus auf der Insel in die richtigen Bahnen gelenkt werden soll: „Geführte Wanderungen wären eine gute Idee“, sagt Ulf Bähker. Erste Schritte sind gemacht, jetzt geht es an die Planung. Und vielleicht findet sich auch ein Sponsor für einen Rasenmäher, hofft Tino Jablonski. Der des Vereins ist defekt.

 

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