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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 15:03 Uhr

Grambow : Ein Kapitän ganz ohne Seegang

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Manfred Fügenschuh hat ein Herz für alte Autos: Er ist einer von mehr als 200 Teilnehmern des Oltimertreffens am Sonnabend

von
erstellt am 26.Jul.2017 | 12:00 Uhr

In Afrika soll er schon treue Dienste geleistet haben, Jahrzehnte ist es her und der Lack ist ab - komplett ab. Die Rede ist von Manfred Fügenschuhs Kapitän. Kein Boot, kein Kahn – von einem Auto ist die Rede. Oder viel mehr von dem, was es einst war und bald wieder werden soll. Gebaut wurde der Wagen mit dem maritimen Namen 1938 für den Krieg. „Er ist im Afrikafeldzug bei Erwin Rommel gelaufen, hatte einen Motordurchschuss und kam  zur Reparatur nach Deutschland zurück“, erzählt Irmtraud Krause. Sie hat den Kapitän zusammen mit ihrem Mann Eberhard 1996 von einem Bekannten in Spremberg erworben. Sie wollten ihn restaurieren, doch dann wurde ihr Mann krank und seit einigen Monaten hat der Opel Kapitän einen neuen Besitzer: Manfred Fügenschuh.

Krauses und er sind seit Jahren gute Freunde, teilen die gleiche Leidenschaft: alte Autos. Manfred Fügenschuh hat sein Herz bereits vor vielen Jahren an alte Autos verloren, vorrangig Opel. Angefangen hat diese ganz besondere Schrauber-Liebe schon in seiner Kindheit. Seine Mutter hatte eine Gärtnerei und für die anfallenden Transporte einen alten Opel Blitz. „Es war ein Eintonner. Und der ging auch immer wieder kaputt. Dann durfte ich ran“, erinnert sich der heute 67-Jährige. Ob der Opel Blitz den Grundstein für die Liebe zu dieser Marke gelegt hat, weiß Fügenschuh nicht. „Möglich ist ja alles“, sagt er und wandert vom Hof wieder in seine „Schatzkammer“. In der Garage schlummert neben einem auf Hochglanz poliertem Opel P 4 aus den 1940er-Jahren der Opel Kapitän. Zerlegt in viele Einzelteile. Quasi nur die Außenhülle. „Da ist noch viel zu tun“, erzählt der Grambower und fährt mit der Hand über die Rundungen am Kühler. „Aber schön wird er werden“, schiebt der Schrauber hinterher.

Wie lange es dauert, bis sein Kapitän wieder über die Straßen rollt, weiß Manfred Fügenschuh nicht. Er hofft, dass es wie bei den anderen Aufbauten rund vier Jahre dauert. „Vielleicht geht es jetzt schneller, denn ich bin ja nun Rentner“, sagt er und lacht. Auch seine Frau Heike muss schmunzeln. „Zum zehnten Schweriner Oldtimer-Treffen wird es eventuell etwas“, sagt sie.

In diesem Jahr werden Fügenschuhs  ohne den Kapitän  dabei sein. Schon am kommenden Wochenende laden die Mitglieder des Schweriner Opel- und Oldtimerclubs wieder zum großen Treffen auf den Bertha-Klingberg-Platz nach Schwerin ein. Am Freitag rollen die ersten Schmuckstücke an. Die Grambower präsentieren ihre beiden Opel-Oldtimer: den P4  und einen Opel Cabrio 1397 CL. Mehr als 200 weitere  Oldtimer werden an diesem Tag auf dem Platz ab 9 Uhr zu  bestaunen sein. Eine kleine Überraschung gibt es am Wochenende auch für die Oldtimer-Freunde. Von  10 bis 13 Uhr werden sich mehr als 100 Teilnehmer an einer Ausfahrt durch die Region beteiligen. Dabei sind Sonderprüfungen zu absolvieren und die Strecke wird erst kurz vor dem Start bekanntgegeben.  Nur eines weiß Manfred Fügenschuh jetzt schon:  Es gibt Zwischenstopps in Boldela und Sülte. Auf dem Bertha-Klingberg-Platz wird es am Sonnabend  einen Teilemarkt geben. Auch für das leibliche Wohl der Besucher wird gesorgt. 

Zwei Wünsche haben Manfred Fügenschuh und seine Mitstreiter: „Wir hoffen auf gutes Wetter und viele Besucher.“  Und wenn sich letztere  dann auch  spendabel zeigen, sei alles gut, versichert der Oldtimer-Freund. Immerhin ist der Eintritt frei. „Wir haben aber Spendenboxen vorbereitet“, verrät er.

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