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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Oktober 2017 | 06:15 Uhr

Aus eigenem Anbau : Ein Hofladen mitten in Schwerin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rudolf und Michaela Denissen aus Wöbbelin planen einen spannenden Neubau an der Stelle des abgerissenen Schlecker-Marktes

von
erstellt am 23.Feb.2015 | 11:45 Uhr

Wer vom Marienplatz in die Schlossstraße blickt, schaut seit Jahrzehnten rechter Hand auf einen hohen Giebel. Lange Zeit war dort eine Reklame zu lesen: „Schweriner Mädchen machen Mode“. Davor, zum Marienplatz, ein Flachbau. Zuletzt gab es hier eine Schlecker-Filiale. Jetzt wird dort gebaut. Rudolf und Michaela Denissen aus Wöbbelin sind die Investoren.

„In den 50er-Jahren war das Grundstück noch unbebaut“, weiß Günter Reinkober, Fachbereichsleiter Bauen und Denkmalpflege in der Stadtverwaltung. „Dann ist hier eine Art Kaufhalle errichtet worden.“ Das Problem für die Stadtplaner: Der gewaltige Höhensprung vom Flachbau zur angrenzenden Bebauung in der Schlossstraße. Sie wünschen sich eine Angleichung zu den Häusern in der Goethestraße. Das wird nun geschehen. „Wir werden im Zentrum Schwerins einen Hofladen, eine Gaststätte und Wohnungen bauen“, sagt Rudolf Denissen. „Das Gebäude wird so gestaltet, dass auch ein Durchgang zum Innenhof möglich sein wird.“ Das Untergeschoss wird den Laden und das Lokal aufnehmen. Darüber entstehen sechs Wohnungen. Das Gebäude wird abgestuft. Zum Schloss hin werden es fünf Geschosse sein, zum Marienplatz hin nur drei. „Dadurch entsteht eine Anpassung an die unterschiedlich hohen, angrenzenden Häuser“, so Günter Reinkober. Die hofseitige Dachfläche des Fünfgeschossers wird als großzügige Dachterrasse geplant, die übrigen Dachflächen werden begrünt. Zur Hofseite wird es einen verglasten Anbau geben. Angrenzende Flächen werden begrünt und das aus der Geschichte des Ortes abgeleitete Thema „Wasserlauf“ in Form von Wasserbecken aufgegriffen.

Die Investoren Rudolf und Michaela Denissen hatten einen Wettbewerb ausgelobt, um zu einer städtebaulich guten Lösung für ihr Vorhaben zu kommen. Den ersten Preis erhielt der Entwurf von Michael Schnell, Chef des „planstudio9 – Büro für Architektur und Stadtplanung“. Lob der Jury: „Der Entwurfsverfasser hat sich intensiv mit der Historie des Standortes und der angrenzenden Bebauung auseinandergesetzt.“

Vor Jahren hatte ein Kaufhauskonzern Teile des Karreés zwischen Schlossstraße, Mecklenburgstraße, Geschwister-Scholl-Straße und Goethestraße erworben, inklusive der Schauburg. Einkaufsmöglichkeiten sollten entstehen und eine Passage vom Marienplatz zur Mecklenburgstraße. Der Zugang vom Marienplatz sollte über das Grundstück entstehen, das jetzt neu bebaut wird. Der Kaufhauskonzern hat seine Pläne längst zu den Akten gelegt und die Grundstücke verkauft. Die Stadt suchte deshalb nach einem Investor für ihr Schlossstraßengrundstück, das sie nie aus der Hand gegeben hatte. Die Familie Denissen wird dort nun aktiv werden.

Seit 1992 wirtschaften Rudolf und Michaela Denissen in Wöbbelin. Einen Namen gemacht haben sie sich durch ihren besonders frühen Spargelverkauf, der durch beheizte Spargelfelder möglich wurde. Verkauft wurde ab Hof und an vielen mobilen Verkaufsständen – auch in Schwerin. Zum Sortiment des Hofes gehört aber viel mehr: Erdbeeren, Gurken, Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Milch, Kürbis und selbst produziertes Hof-Eis. All das soll es ab dem Frühjahr 2016 auch in Schwerin geben. Das Besondere: Auf zwei Ebenen soll das „außergewöhnlichste Eiscafé Norddeutschlands“ entstehen, kündigt Rudolf Denissen an, das „Eiscafé Rudolf“.

Der Hof Denissen in Wöbbelin bewirtschaftet eine Fläche von 1500 Hektar. Neben dem Gemüseanbau im Freiland und unter Glas wird Futter für die eigenen Tiere produziert. In den Ställen stehen 750 Milchkühe und deren Nachzucht.

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