Gefährliche Insekten : Ein Herz für Wespen

Gefürchtete Gäste am Kaffeetisch: Wespen sind jetzt besonders gereizt.
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Gefürchtete Gäste am Kaffeetisch: Wespen sind jetzt besonders gereizt.

Ehrenamtliche Berater werben in Schwerin für Tiere, vor denen viele Angst haben

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13. September 2015, 08:00 Uhr

In diesen letzten Sommertagen geht man ihnen am besten aus dem Weg: „Zum Ende der Flugzeit oder bei Gewitter steigt bei Wespen die Aggressivität“, sagt Katja Burmeister vom Naturschutzbund (Nabu) Schwerin. Und sie muss es wissen, denn Katja Burmeister ist „Wespenberaterin“. Wer Probleme mit einem Wespennest unterm Dach oder ständigen Wespen-Attacken am Kaffeetisch hat, der kann sich vertrauensvoll an sie wenden, denn sie kennt das Leben der Hautflügler gut und hat deshalb jede Menge Tipps. Ihre zentrale Botschaft: Wespen und auch Hornissen sind nützliche Gesellen und deshalb vor allem ein Grund zur Freude. Sie vertilgen Mücken und andere Insekten, bestäuben Blüten und tragen so zur Artenvielfalt bei. „Wenn man gewisse Verhaltensregeln einhält, steht einem friedlichen Nebeneinander nichts im Wege“, sagt Katja Burmeister. Hektische Bewegungen in der Nähe von Wespen sollten vermieden werden, ebenso wie geblümte Kleidung und süßes Parfüm. Auch das Anpusten der Tiere sei keine gute Idee, da das Kohlendioxid der Atemluft sie in Angriffsstellung versetze.

Zu finden ist Katja Burmeister in der Naturschutzstation am Zippendorfer Strand. „Anfragen von besorgten Schwerinern bekommen wir vor allem, wenn sie Nester entdecken“, sagt Nabu-Sprecherin Mauela Heberer. Kein Grund zur Sorge, meinen Katja Burmeister und ihr Berater-Kollege Jürgen Friedrich vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Beide sehen sich Nester auch vor Ort an. „Oft hilf eine Aufklärung über die Lebensweise der Wespen“, so Friedrich. „Zudem sind die Arten gesetzlich geschützt und die Zerstörung oder auch Umsetzung eines Nestes braucht eine Genehmigung der Naturschutzbehörde.“

Gegen Panik helfe ein ruhiger Umgang mit den Tieren: Man sollte nicht zu dicht an Nester herangehen und sich nicht in die Einflugschneise stellen. Und: „Auch die lästigeren Arten sind spätestens nach den ersten kalten Nächten verschwunden.“ Der Wespenstaat stirbt nämlich im Herbst – bis auf die begatteten Jungköniginnen.

Wer Fragen hat, erreicht Katja Burmeister beim Nabu unter Telefon 0385-5938980 oder Jürgen Friedrich beim BUND unter 0385-5213390.

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