Alt Meteln : Ein Herz für den Jugendclub

Vom Ehrenamt in den Beruf: Derzeit macht Nadine Kind eine Ausbildung zur Erzieherin. Im Jugendclub lernt sie einiges dazu.
Vom Ehrenamt in den Beruf: Derzeit macht Nadine Kind eine Ausbildung zur Erzieherin. Im Jugendclub lernt sie einiges dazu.

Damals wie heute ein Renner beim Nachwuchs: Alt Metelnerin Nadine Kind engagiert sich im Freizeitheim des Ortes

svz.de von
20. April 2018, 12:00 Uhr

Es ist wieder Freitag. Zwölf Kinder sind im Alt Metelner Jugendclub. Olli lässt sich in der gemütlichen Sitzecke ein Stück Pizza schmecken. Benjamin und Linus sitzen vor der Playstation und spielen eine Runde. Andere spielen Tischtennis, Billard oder am Kickertisch. In den beiden hellen und freundlich eingerichteten Räumen herrscht eine fröhliche, entspannte Atmosphäre.

Dass der Jugendclub wieder genutzt wird, haben die Kinder Nadine Kind zu verdanken. Der elfjährige Sohn der 34-jährigen aus Alt Meteln äußerte einmal den Wunsch, dass der seit zwei Jahren geschlossene Jugendclub endlich wieder geöffnet wird. Nach einem Umzug in größere Räume innerhalb des Gemeindezentrums kam es dennoch zur Schließung des Clubs. Grund: Der Mangel an Betreuungspersonal. Denn die von der Bundesagentur geförderten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wie ABM und SAM fielen weg, und die Kommune konnte sich keine Festangestellten leisten.

Also sprach Nadine Kind Bürgermeister Hans-Jürgen Zobjack direkt an. Ihre Idee: Sich als Betreuerin im Kinder- und Jugendklub ins Spiel zu bringen – ehrenamtlich. Die Idee fand Anklang: Nun haben die Kinder dienstags und freitags wieder einen Ort, an dem sie gemeinsam spielen, basteln oder Hausaufgaben machen können. Fußball oder Federball spielen und manchmal auch Tischtennis.

Nadine Kind ist ausgebildete Kellnerin und Einzelhandelskauffrau. Doch sie hat noch einmal umgesattelt und ist derzeit Auszubildende – im dritten Lehrjahr zur Erzieherin. Die Tätigkeit im Jugendclub kommt daher wie gerufen: „Es ist eine wichtige Bereicherung für meine berufliche Zukunft“, sagt sie. „Ich mag Kinder, und es macht richtig Spaß, hier zu arbeiten“, erzählt Nadine Kind.

Kinder ab der ersten Klasse aufwärts kommen teilweise nach der Schule in den Jugendclub. Für die Fünftklässlerin Mia Welke und ihre Klassenkameraden ist es im Jugendclub allemal besser als alleine zu Hause zu hocken. Mia kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als ihre älteren Brüder den alten Jugendclub besuchten. Auch Nadine Kind ist mit dem Jugendclub aufgewachsen. „Ich möchte, dass unsere Kinder nicht auf der Straße rumlungern. Hier haben sie immer jemanden, der zuhört. Sie bilden Freundschaften und ihre soziale Kompetenz zu Erwachsenen und Kindern wird gestärkt“, so die Ehrenamtliche, die sich auch mit Mann Robert und Sohn Benjamin in der Dorffeuerwehr engagiert.

Dank der Hilfe vieler Eltern gibt es immer wieder Sach- und Geldspenden. Doch einen größeren Wunsch gibt es: Computer mit Internetanschluss, denn die alte Technik hat bald ausgedient.



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