Kinderhilfsprojekt : Ein großer Bruder ehrenhalber

malteser
1 von 1

Malteser bauen in Schwerin das Kinderhilfsprojekt „Balu und Du“ auf und suchen dafür junge Ehrenamtler, die eine Patenrolle übernehmen wollen

svz.de von
11. Dezember 2013, 19:30 Uhr

Den freundlichen Bären Balu aus dem Dschungelbuch kennt jedes Kind spätestens seit Walt Disney den Klassiker von Rudyard Kipling als Zeichentrickfilm in die Kinos und ins Fernsehen gebracht hat. Balu ist für den Jungen Mogli wie ein großer Bruder: Er beschützt den Kleinen, er hilft ihm in allen Dingen des Alltags, er lehrt ihn vieles Wichtige für das Leben und er erzieht ihn gemeinsamen mit den anderen Freunden. „Damit ist Balu eine ideale Figur für eine Patenrolle“, sagt Martina Rochna von der Malteser Hilfsorganisation.

So entstand die Idee für das Kinderhilfsprojekt „Balu und Du“, das speziell für Grundschulkinder zugeschneidert ist. Der Grundgedanke: Ein ehrenamtlicher junger Erwachsener übernimmt die Rolle von Balu, also die eines fürsorglichen Paten und Freundes und steht so einem Kind, das Probleme hat, verhaltensauffällig ist oder aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommt, wie ein großer Bruder zur Seite.

„Dieses Projekt läuft bereits in vielen Städten der Bundesrepublik und die Resultate sind ausgesprochen positiv, es ist ein tolles Konzept“, berichtet Marina Rochna, die als Diözensereferentin Ehrenamt der Malteser die Leitung von „Balu und Du“ in Mecklenburg übernommen hat. Nach dem überwältigenden Erfolg in Hamburg will sie die Ideen nun auch in Schwerin etablieren.

„Wir stehen in den Startlöchern, um das Mentorenprogramm für Grundschulkinder in der Landeshauptstadt zu beginnen. Dazu suchen wir Ehrenamtliche, die sich einbringen möchten und nach lokalen Unternehmen, die das Projekt in der Anfangsphase finanziell unterstützen“, erklärt Marina Rochna.

Konkret gehe es um junge Erwachsene, die als Mentoren eine einjährige Patenschaft für je ein Schweriner Grundschulkind übernehmen, um es im außerschulischen Bereich zu fördern. Die hilfebedürftigen Mädchen und Jungen werden von ihren Lehrern für das Projekt vorgeschlagen. „Sie benötigen beispielsweise Unterstützung, weil sie zu Hause allein gelassen werden, keinen Ansprechpartner finden, weil sie Konzentrationsschwierigkeiten haben oder von Mitschülern gemobbt werden“, nennt die Projektleiterin einige der Gründe, warum ein großer Bruder Balu so wichtig sein kann.

Doch was genau macht ein „Balu ehrenhalber“? Rochna gibt Auskunft: Die gemeinsame Zeit mit dem Paten soll dazu beitragen, das Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken, neue Talente zu entwickeln und Interessen zu wecken, erläutert sie. „Dabei geht es nicht um Hausaufgaben machen oder um teure Freizeitvergnügen, sondern um das Gemeinschaftsgefühl. Das kann beispielsweise Toben im Wald oder Fußballspielen im Hof sein, das kann gemeinsames Kochen oder Lesen und Vorlesen sein. Auch ein Theaterbesuch bei einem Kinderkonzert oder ein kindlich aufbereiteter Museumsrundgang könnten ins Programm genommen werden.“

Natürlich müssen die Mentoren für ihren Paten-Aufgabe geschult sein. Entsprechende Kurse und Begleitseminare sowie eine professionelle Begleitung der Arbeit durch eine Sozialpädagogin werde es deshalb natürlich auch in Schwerin geben, versichert Rochna. Zudem gehöre ein Online-Tagebuch zum Handwerkszeug dieses wissenschaftlich gestützten Programms.

Bedingungen an die künftigen Balus werden nicht gestellt. Die wichtigsten Voraussetzungen sind das Interesse für dieses ehrenamtliche Projekt und ein Alter zwischen 18 und 30 Jahren. „Das ist wichtig, weil die Paten nicht Eltern oder Großeltern ersetzen sollen, sondern dass sie die Rolle eines Bruders oder besten Freundes übernehmen“, erläutert die Projektleiterin. Wer ein Balu werden möchte, kann sich direkt an Marina Rochna unter der Telefonnummer 0160-97 25 19 30 wenden oder per E-Mail an marina.rochna@malteser.org.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen