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Paulskirche Schwerin : Ein Gotteshaus mit einem eisernen Dachstuhl

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeiten an Paulskirche beendet. Zum Weihe-Jubiläum 2019 soll noch die Beleuchtung verbessert werden

von
erstellt am 06.Dez.2017 | 12:00 Uhr

Die Bauweise war revolutionär. Einen eisernen Dachstuhl hat die Schweriner Paulskirche, die 1869 eingeweiht wurde. Bei den jüngsten Sanierungarbeiten am Gotteshaus haben Experten die Stahlkonstruktion genauer unter die Lupe genommen. Kriechöl wurde in Abstimmung mit dem Denkmalschutz aufgetragen, um das Metall künftig noch besser vor Rost zu schützen. „Außerdem haben wir im Dachraum neue Laufstege angelegt“, sagt Pastor Christian Heydenreich.

Tatsächlich begann die jetzt abgeschlossene Sanierungsetappe an der Paulskirche mit den Arbeiten unter dem Dach. Dabei sei natürlich auch das Gewölbe gereinigt worden, berichtet Architekt Wolfram Keßler. Er fand bei Recherchen im Archiv heraus, dass der filigrane Dachstuhl von der „Ernst Brockelmann'schen Maschinenbauanstalt und Eisengießerei“ in Güstrow gefertigt wurde. „Es ist schon bemerkenswert, dass dieses Bauelement vor Ort hergestellt wurde“, erklärt Keßler.

Bei den Sanierungsarbeiten außerhalb der Kirche wurde das Chordach neu gedeckt – mit Schiefer nach historischem Vorbild. Das Hauptschiff behielt aber sein Kupferdach. Auch ein Teil der Chorfassade wurde saniert. Handwerker besserten schadhafte Stellen in Mauerwerk und Putz aus, wechselten Steine, wo es erforderlich war. Insgesamt mehr als 800 000 Euro kostete die Innen- und Außensanierung, finanziert durch Städtebaufördermittel und Geld vom Kirchenkreis und der Gemeinde.

Im Gottesdienst zum dritten Advent am 17. Dezember um 10 Uhr soll der Abschluss der Bauarbeiten gefeiert werden. „Die Sanierung der Chorfassade muss aber noch weitergehen“, sagt Architekt Keßler. Immerhin hätten die Mittel aber gereicht, um auch die Kreuz-Blume auf dem First des Chordachs zu restaurieren. Sie werde künftig aus Kupfer sein und nicht mehr wie bisher aus Blei-Blech, so Keßler.

Christian Heydenreich denkt unterdessen schon an das nächste Projekt: 2019 wird die Paulskirche 150 Jahre alt. „Aus diesem Anlass wollen wir die Beleuchtung in der Kirche verbessern“, sagt der Pastor. Altar und Orgel sollen in Zukunft deutlicher zu erkennen sein, eine elektronische Steuerung unterschiedliche Lichtszenarien für Gottesdienste und Konzerte ermöglichen. Rund 150 000 Euro werde das Vorhaben voraussichtlich kosten, so Heydenreich. Er hofft auf tatkräftige Spender.

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