Boldela : Ein Fest am Ende der Sackgasse

Für das Fest geben sie gern ihre Freizeit, sagen die Feuerwehrleute Jürgen Schlüter (2. v. l.) und Joachim Unger (2. v. r.). Sie bewundern den Lanz Bulldog (1940) von Guido Kebschull (re.) aus Gammelin.
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Für das Fest geben sie gern ihre Freizeit, sagen die Feuerwehrleute Jürgen Schlüter (2. v. l.) und Joachim Unger (2. v. r.). Sie bewundern den Lanz Bulldog (1940) von Guido Kebschull (re.) aus Gammelin.

Boldela entwickelt sich zum beliebten Treckertreff

svz.de von
14. Mai 2018, 05:00 Uhr

Jürgen gibt noch einmal Gas, um mit seinem Motorrad samt Beiwagen von 1943 näher als zehn Zentimeter an das Wasserglas auf dem Pfahl zu knattern. Vier Zentimeter schafft er mit der Sport-AWO und gewinnt damit ein Freigetränk auf dem Festplatz in Boldela. Hier haben sich bei strahlendem Sonnenschein am Sonnabend deutlich mehr Besucher eingefunden als das Dorf am Ende der Sackgasse Einwohner hat - es sind 185. Sie alle wollten die alten Traktoren und Motorräder sehen, die hier bereits zum dritten Mal Blech an Blech auf der grünen Wiese stehen. Jedem der Schmuckstücke war anzusehen, dass es liebevoll von seinem Besitzer gehegt und gepflegt wird. Wie der Lanz Bulldog aus dem Jahr 1940, den der Bürgermeister von Gammelin, Manfred Kebschull, und sein Sohn Guido mitgebracht hatten. Sitz und Karosserie erinnern sehr an die damals noch gängigen Kutschen. Der schwarzglänzende Oldtimer lockte viele Bewunderer an. „Ich habe so zehn Oldtimer und schraube selbst“, erzählte Guido Kebschull, der eigentlich Bauingenieur ist. Auch Maschinist Jürgen Schlüter und Löschmeister Joachim Unger aus Boldela mit Schwager Jan Maercker aus Sülte standen vor dem schicken Traktor. „Das ist toll, dass es dieses Fest für unser Dorf gibt“, sagte Jürgen Schlüter. „Dafür nehme ich mir gern Zeit.“ Denn er und die anderen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Boldela sorgten diesmal für die Sicherheit auf der Festwiese, die sie dem Veranstalter Peter Grabbert zur Verfügung stellten. Der zeigte sich hoch zufrieden mit den Besucherzahlen. „Das Wetter spielt ja mit. Für viele aus der Szene ist das hier eine entspannte Alternative zu Banzkow.“ Damit ist das große Treckertreffen gemeint, das am kommenden Wochenende bereits zum 22. Mal stattfindet. „Wir möchten uns ganz herzlich bei den Boldelaern bedanken, die alle von sich aus geholfen haben“, ergänzte seine Frau Manuela. „Und bei der Feuerwehr!“

„Das ist eine schöne Geschichte hier“, erklärte Horst Busse, Bürgermeister der Gemeinde Sülstorf. „Das hat die Familie Grabbert sehr gut organisiert“, fand auch sein Stellvertreter Manfred Kapanke.

Pudelwohl fühlten sich Dieter und Dana Joswig aus Plate, die samt Sohn Sven Ole, Freundin Vanessa und zwei Nachbarn gemütlich im Planwagen hinter ihrem Deutz von 1955 saßen und das Fest genossen. „Das ist unser Arbeits- und Spaßmobil. Damit fahren wir sogar in den Urlaub“, erzählte Dieter Joswig. Den Planwagen habe sein Vater ursprünglich für Pferde gekauft und später den kleinen grünen Traktor davor gespannt.

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