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Hitzige Debatte um den Wildtierschutz : Ein Elefant bewegt die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Immer mehr Schweriner fordern, dass sich die Politiker mit wichtigeren Themen befassen sollen

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 21:00 Uhr

„Da lese ich am Samstag morgen meine Lieblingszeitung. Aufmacher auf der Lokalseite ist der Elefant für Aida. Klar passt der Elefant zu Aida“, schreibt Christian Berner. „Liebe Tierschützer, lasst die Kirche in Schwerin. Ich glaube, wir brauchen in unserer Gesellschaft mehr Menschenschützer.“ In diese Kerbe schlagen auch andere SVZ-Leser. Karl-Heinz Fehrmann schreibt: „Es spricht nichts dagegen, dass man sich um Tierwohl sorgt. Aber nun nimmt die Diskussion groteske Formen an. Wenn man den Beschluss konsequent zu Ende denkt, dann müssten auch Zoos verboten werden. Und was ist mit den privaten Haltern von Tieren, zum Beispiel von Schlangen, Spinnen, Vögeln? Liebe Tierschützer, lasst die Kirche im Dorf und der Aida ihren Elefanten für den Triumphzug.“ Das meint auch Ulrich Haesener. „Meiner Meinung nach kann ein Elefant in der Open-Air-Aufführung auftreten. Die Haltung von Katzen oder Hunden in der Wohnung hat garantiert weniger mit artgerechter Haltung zu tun.“ Karin Voigt sieht es ähnlich: „Tiere, die von Menschen aufgezogen wurden, haben keine Schwierigkeiten, bei Schlossfestspielen oder in Filmen mitzuwirken.“

Gerhard Welle schreibt: „Ich habe bei der Aida-Aufführung 1999 als Statist mitgewirkt. Der Einsatz der Tiere war gut und artgerecht und hat eine große Anziehungskraft für das Publikum gehabt. Hunde in den kleinen Wohnungen werden nicht so gut behandelt.“

Klaus Willnow meint: „Schade, dass es keine Tiere als Veganwesen gibt, aber auch dann hätten diese Kritikaster sicher auch Gründe gefunden, um Auftritte abzulehnen. Wir haben bei den Aida-Aufführungen 1999 selbst mitgespielt, der Elefant war große Klasse.“

Dieter Gonsch geht noch weiter: „Mein Vorschlag: Man stülpt Statisten ein Elefantenkostüm über und lässt sie an den Zuschauern vorbei hoppeln. Die Aufmerksamkeit der Republik wäre den Festspielen gewiss. Man sollte auch überlegen, Reitturniere abzuschaffen, zumindest aber sollte auf hölzerne Steckenpferde zurückgegriffen werden.“

Eberhard Hoppe gibt der Debatte eine politische Fußnote: „Der Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt hat noch nicht richtig begonnen, da plant ein Kandidat schon für die Zeit danach. Herr Horn geht wohl davon aus, dass er die Wahl nicht gewinnen wird. Damit wird dann auch nichts aus der sehnlichst gewünschten Nähe zu den großen Tieren in der Politik. Als Trostpflaster bleiben aber noch die kleinen Tiere im Zoo.“ Das kommentiert auch Irene Wiens: „Der Wildtier-Verbieter wird Zoo-Aufsichtsrat. Wird da der Bock zum Gärtner gemacht?“

Die Aktion Stadt und Kulturschutz (ASK) will ein Bürgerbegehren zum Zirkus-Wildtierverbot anschieben. Ralph Martini erklärt: „Es soll den Schwerinern die Möglichkeit geben, selbst über dieses emotionale Thema zu entscheiden. Die Stadtvertretung hat schon einige Male zuvor gefasste Beschlüsse aufgehoben oder verändert. Durch ein Bürgerbegehren bekommen Befürworter und Gegner des Wildtierverbots die Möglichkeit, um Mehrheiten in der Stadt zu ringen.“

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