zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

20. August 2017 | 10:03 Uhr

Demen : Ein Dorfladen für die Gemeinschaft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hermann Griech packt mit an, damit in Demen wieder eingekauft werden kann

Ab kommenden Dienstag gibt es in Demen wieder das, was es viele Jahre lang dort nicht gegeben hat: einen kleinen Dorfladen. Dass er öffnen kann, geht auf die Initiative vieler zurück, die für etwas mehr Lebensqualität in dieser Gemeinde sorgen wollen. Einer von ihnen ist Hermann Griech, der bis vor drei Jahren Demen noch nicht einmal kannte.

Nach einer Urlaubstour in MV stand für das Ehepaar Griech fest: Da, wo andere Urlaub machen, wollen wir leben. Und so packten die Hessen ihre Sachen und zogen in den Landkreis Ludwigslust-Parchim. Für Hermann Griech stand schnell fest: „Da, wo ich lebe, möchte ich mich auch einbringen.“ Und da kam ein altes Gebäude ins Spiel, in dem früher Kinder die Schulbank drückten und danach auch mal die Gemeindevertretung Demen ihren Sitz hatte. Wie wäre es, wenn in diesem grau verputzten Haus ein kleiner Dorfladen entstehen würde, wenn die älteren Leute nicht mehr ins 15 Kilometer entfernte Crivitz fahren müssten, um Kleinigkeiten zu besorgen?

Das fragte sich auch Bürgermeisterin Heidrun Sprenger. Die Antwort lieferten die Demener, Kobander und Venzkower, in deren Briefkästen Fragebögen zu diesem Thema steckten, selbst. Griech hatte die Fragebögen verteilt, fast 90 Prozent Rücklauf und eine deutliche Antwort bekommen: „79 Prozent fanden es gut, wenn solch ein Laden entstehen würde.“ Und jetzt entsteht er – und ist fast fertig.

Hermann Griech kniet in seinem Blaumann auf dem Boden und werkelt in der Küche. Die Imkerei, sagt er, das sei sein Hobby. Handwerksarbeiten zu verrichten, sagt der 72-Jährige, das habe er schon immer gerne gemacht. „Als Ausgleich zum Job“, betont der gelernte Elektriker, der später dann Maschinenbau studierte und lange Zeit in der Automobilbranche arbeitete. Jetzt ist er Rentner und Bauherr des kleinen Dorfladens, steckte in den vergangenen sechs Monaten schon über 400 Arbeitsstunden in das Vorhaben, das er so lieb gewonnen hat. „Privatinitiative mit sozialem Hintergrund“, nennt er das Projekt, das so viele im Dorf gut finden und auch tatkräftig unterstützen.

Auf dem alten Schul-Areal, so ist es in Demen angedacht, soll sich ein Gemeindezentrum ansiedeln. „Eine neue Kita ist in Planung“, weiß Griech und zeigt auf die Stelle des Hofes, auf denen ein paar Autos parken. Gleich nebenan gibt es schon einen Seniorentreff, gegenüber steht die Kirche. Und bald ist der Dorfladen auf. Dort sollen sich junge und alte Menschen treffen. Etwas essen, etwas Kaffee trinken, etwas einkaufen, etwas plaudern. So stellt es sich der rüstige Senior Griech vor. „Und deshalb“, unterstreicht er, „helfe ich mit.“

Ein Anhänger voller Tische und Stühle wird auf den Hinterhof gezogen. Henrik Lemcke hat Interieur besorgt. Lemcke, 43 Jahre alt, ist der künftige Pächter des Dorfladens. Ein Eröffnungsschild steht schon parat. „Dienstag, 2. August, ab 7 Uhr geht es los“, steht darauf mit Kreide geschrieben. Brot und Brötchen, Zeitungen und Eis werden angepriesen. Und das Versprechen, dass es jeden Tag ein wenig mehr in diesem Dorfladen zu kaufen geben soll. „Es muss alles langsam wachsen“, sagt Hermann Griech. Produkte von Erzeugern aus der Umgebung sollen mal in den Regalen stehen. Irgendwann, wenn der Laden so angenommen wird, wie es sich die Macher vorstellen.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen