Demen : Ein Dorf in Angst vorm Feuerteufel

Beim Brand in der Nacht zu Donnerstag wurde dieses Carport komplett zerstört.
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Beim Brand in der Nacht zu Donnerstag wurde dieses Carport komplett zerstört.

Zwei Brände in einer Nacht: Kripo geht von Serie aus

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20. August 2015, 18:00 Uhr

Der beißende Geruch von verkohltem Holz und Gummi liegt noch in der Luft. Im Wohngebiet Am Demener Bach in Demen hat der Feuerteufel in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag gleich zweimal zugeschlagen. Gegen 0.40 Uhr ging der erste Alarm bei der Feuerwehr ein, wenige Minuten später ein zweiter. Ein Carport und ein Wohnmobil brannten lichterloh.

Die Demener sind in Sorge. Denn die Feuer häufen sich. Im Januar brannte zum ersten Mal ein Wagen, wenige Monate später dann auch das Auto des SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Schwarz. Zunächst ging man von politischen Motiven aus (SVZ berichtete). Doch die Brandserie ging weiter.

Allein in der vergangenen Woche wurde Feuer an zwei Stellen im Ort gelegt: Jedes Mal blieb es bei Sachschäden, wie bei einem Waldbrand auf 1000 Quadratmetern.

In der Nacht zu Donnerstag fiel der Schaden deutlich höher aus. Die Polizei spricht von mehr als 50 000 Euro – und einer großen Gefahr für die Anwohner. „Die Brände haben eine neue Qualität angenommen. Die Anwohner hatten wirklich Glück, dass niemand verletzt wurde“, erklärte Dirk Mittelstädt. Der Kriminalhauptkommissar leitet die Ermittlungen zur Demener Brandserie. „Wir haben hier 13 Brände an zehn Tagen, bei denen wir von einem Zusammenhang ausgehen. Alle Feuer wurden gelegt. Ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt, können wir noch nicht sagen“, betont Mittelstädt. Doch die Ermittlungen laufen mit „allen Kollegen, die zur Verfügung stehen“, versichert der Kriminalhauptkommissar. Aber die Polizei sei auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen: „Jeder, der etwas in der Nacht bemerkt hat, möge sich bei uns oder ein der anderen Polizeidienststellen melden. Jedes Detail ist hilfreich“, betont der Kripo-Beamte.

Gesehen haben die Brandopfer nichts. Eher zufällig hätten sie das Feuer bemerkt. „Durch Zufall bin ich wach geworden, habe Licht auf dem Hof gesehen und erst, als ich es per Schalter ausmachen wollte und es trotzdem hell draußen blieb, habe ich den Brand bemerkt“, sagt einer der Geschädigten. Seinen Namen will er nicht nennen. „Man weiß ja nicht, ob der Feuerteufel noch mal zuschlägt. Ruhig schlafen kann ich jedenfalls nicht mehr.“

Auch in der Nachbarschaft macht sich die Angst breit. „Ich habe noch immer dieses Knacken und Knistern vom Feuer in den Ohren. Ich hatte so eine Angst“, so eine Anwohnerin. Ihren Namen will auch sie nicht nennen. „Nachher sind wir die nächsten Opfer. Ich verstehe nicht, wie ein Mensch so etwas machen kann“, sagt sie und schüttelt ratlos den Kopf. Schließlich sei die Wohnsiedlung wie eine große Familie. „Da ist man besonders betroffen, wenn dem Nachbarn so etwas passiert. Der Frieden und die Ruhe sind nun vorbei“, erklärt die Demenerin. Wie es nun weitergehen soll? Sie weiß es nicht. Klar sei lediglich, dass sie und ihr Mann alle Versicherungen kontrolliert haben.

Bürgermeisterin Heidrun Sprenger wünscht sich, wie auch die anderen Einwohner, dass der oder die Täter schnell gefasst werden. „Diese Taten sind jedenfalls nicht politisch motiviert“, betont sie und hofft, dass „bald wieder Ruhe im Ort einkehrt.“ Doch dazu müsse der oder die Täter gefasst werden. „Der Kriminaldauerdienst ist dran, auch das Kriminalkommissariat und die Hundestaffel. Doch Spuren werden durch das Feuer und auch oft durch die Löscharbeiten zerstört – das macht die Ermittlungen so kompliziert“, erläutert Dirk Mittelstädt. In der Nähe des Carports konnten seine Kollegen eine Plastikflasche sicherstellen. Auch dazu bittet er um Hinweise. Zeugen können sich unter Telefon 03863-5500 an die Kripo-Außenstelle in Crivitz oder jede andere Polizeidienststelle wenden.

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