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Schlossfestspiele Schwerin : Ein Dach für den Alten Garten

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Schlossfestspiele sollen wetterunabhängiger werden – das Theater liebäugelt deshalb damit, seine Sommeroper zu überdachen

svz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Wird der Alte Garten überdacht? Intendant Joachim Kümmritz und die Gesellschaft der Freunde des Staatstheaters jedenfalls bemühen sich darum. „Wir wollen die Opernaufführungen der Schlossfestspiele wetterunabhängiger machen“, sagt Kümmritz.

Hintergrund ist das Metrum-Gutachten zur Theaterlandschaft des Landes. Das Münchner Unternehmen hatte vorgeschlagen, die Open-Air-Aufführungen auf dem Alten Garten abzusetzen. Zu groß sei das Einnahmerisiko. Denn wer unter freiem Himmel Theater spiele, der sei vom Wetter abhängig. Doch weder das Theater noch die Stadt will auf das touristische Highlight verzichten.

Der Vorschlag kam vom Vorsitzenden der Theaterfreunde, Dr. Michael Jungrichter. „Ganz so einfach ist die Sache aber nicht“, sagt Intendant Kümmritz. „Da sind beispielsweise enorme Windlasten zu beachten.“ Also hat das Theater zunächst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. „Damit soll untersucht werden, wie ein solches Dach für die Zuschauertribüne und die Spielfläche aussehen könnte und was sie kosten würde.“ Bezahlt wird die Studie mit Fördermitteln des Landes für die touristische Infrastruktur. Der Eigenanteil wird von den Theaterfreunden aufgebracht.

„Das Bildungsministerium und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege haben bereits signalisiert, dass sie sich eine Überdachung des Alten Gartens vorstellen könnten“, sagt Joachim Kümmritz. „Die Lösung muss allerdings architektonisch anspruchsvoll sein und darf nur während der Zeit der Schlossfestspiele aufgebaut werden.“

Das Problem sind allerdings die Finanzen. Das Theater hat das Geld für eine Überdachung nicht. Und auch die Stadt ist wegen ihrer desolaten Haushaltslage nicht imstande, dafür viel Geld auszugeben. „Wenn herauskommt, dass das ganze zig Millionen kostet, können wir das gleich vergessen“, sagt Kümmritz.

„Mit einem Dach über den Zuschauerplätzen und der Spielfläche allein ist es aber nicht getan“, sagt Kulturdezernentin Angelika Gramkow. „Das Theater müsste auch eine eigene Besuchertribüne haben.“ Bisher wurde die jedes Jahr angemietet und sah je nach Inszenierung anders aus. Das aber würde bedeuten, dass immer wieder eine neue Überdachung angefertigt werden müsste. Das würde die Kosten weiter nach oben treiben. „Wir brauchen deshalb eine eigene Tribüne mit einem dazu gehörenden Dach“, so die Kulturdezernentin. Wann alle Probleme gelöst sein werden, ist derzeit noch völlig unklar. Das Dach wird daher „vielleicht in drei, vier Jahren“ stehen, kündigt Joachim Kümmritz an.

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