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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 03:44 Uhr

Wir in Warsow : Ein Chef, der nicht Nein sagen kann

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Peter Schwenk bewegt viel Erde und gute Dinge in seinem Heimatdorf Warsow

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2016 | 11:13 Uhr

Wenn es in Warsow und Kothendorf etwas zu bewegen gilt, sind Peter Schwenk und seine vier Mitarbeiter meist dabei. „Als Erdbau-Firma haben wir die Technik“, erzählt der 55-jährige Geschäftsführer. „Und wir kommen alle aus Warsow und Kothendorf. Da packt man doch mit an, wenn es etwas zu tun gibt.“

Und Peter Schwenk räumt ein: „Ich kann nicht Nein sagen.“ Als die Warsower neben der ehemaligen Abdeckerei einen Sportplatz ausbauten, war Peter Schwenk dabei. Und natürlich ebenso, als neben dem Wasserwerk die Eisbahn für die Eishockeyspieler entstand. Auch beim Beräumen des Altreifenlagers bei Kothendorf half die Firma auf Bitten der Gemeinde.

Dabei kann sich der Firmenchef über mangelnde Arbeit nicht beklagen. „Wir sind viel auf Achse – nicht nur in MV, sondern auch in der Region zwischen Hamburg und Berlin“, betont Peter Schwenk. Zumeist sind die Warsower als Subunternehmen gefordert, wenn es darum geht, in Baugruben die Erde auszutauschen. Und der Boden muss dafür auch aufbereitet werden.

Ein weiteres Standbein der Firma ist der Abriss. Damit hat die Firma gerade in Plate zu tun: Drei alte Ställe und eine Lagerhalle für Stroh müssen weichen. Direkt an der Stör sollen neue Wohnhäuser entstehen. Beim Abriss achten Peter Schwenk und sein Team darauf, dass Ziegel, Beton und Holz voneinander getrennt werden.

„Alles, was geht, wird wiederverwertet“, betont Schwenk. Um die Wege gering zu halten, wird so viel wie möglich vor Ort erledigt. „Wir verfügen über eine mobile Brechanlage“, erläutert Peter Schwenk. Und falls die Auftragslage doch mal eher ruhig ist, sind die Männer vom Erdbau mit ihren Lastern für andere Firmen unterwegs. „Stillstand können wir uns nicht leisten“, betont der Chef.

Dass der heute 55-Jährige auf dieser Art und Weise einmal sein Geld verdient, das hatte er nicht erwartet. Denn erlernt hat Peter Schwenk das Schlosserhandwerk, er ist sogar Meister. Doch nach der Wende fand der Warsower in seinem Beruf keinen Job. „Zu Hause herumsitzen, das kam für mich aber nicht in Frage“, fügt er hinzu. Also wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit, versuchte sich im Erdbau.

Peter Schwenk fing allein an. Nach und nach gab es mehr Aufträge, nach und nach konnte Peter Schwenk Leute einstellen. Heute sind es vier Mitarbeiter. „Alle aus Warsow und Kothendorf. Und sie sind froh, dass sie wieder einen Job haben“, unterstreicht der Chef. Hinzu kommt die wichtige Hilfe von Ehefrau Christiane. Sie ist Finanzökonomin und übernimmt neben ihrem Job die Buchführung.

Auf die kleine Firma, die Peter Schwenk aufgebaut hat, ist er stolz. „Größer soll sie aber nicht werden. So ist alles überschaubar.“ Zugleich weiß er 55-Jährige, dass er diesen „Knochenjob“ nicht ewig machen kann. „Aber so lange es mir Spaß macht und die Gesundheit mitspielt, halte ich durch.“

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