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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 03:09 Uhr

Schwerin : Ein Bogen um den Marienplatz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vorfahrt für Schweriner Nahverkehr: Wenn in der Wittenburger Straße gebaut wird, rollen nur 20 Prozent der Regionalbusse durch die City.

von
erstellt am 30.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Mitte März sollen die Bauarbeiten an der Brücke in der Wittenburger Straße beginnen. Auch der Schweriner Nahverkehr steht dann vor einer großen Herausforderung: Die Straßenbahnlinien 2 und 4 und die Buslinien 12 und 14 müssen umgeleitet werden. Weil das Gleis am Wittenburger Berg nicht zur Verfügung steht, könnte es auf dem Marienplatz noch enger werden als sonst, befürchtet Nahverkehrs-Chef Norbert Klatt – und hat deshalb eine Einigung mit dem Regionalverkehr erzielt. Während der Bauzeit sollen nur noch rund 20 Prozent der Busse aus dem Umland den zentralen Platz passieren.

122 Fahrzeuge der Verkehrgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) fahren an Schultagen über den Marienplatz, 42 sind es in der Ferienzeit. Aus Dümmer, Schossin, Rastow, Goldenstädt, Crivitz und anderen Orten kommen die Busse, die als Ziel den Schweriner Hauptbahnhof ansteuern. „Mit der 20-Prozent-Regelung entsprechen wir einer Bitte des Nahverkehrs, der mehr Platz auf dem Marienplatz braucht“, sagt VLP-Geschäftsführer Andreas Helms.

Und so sieht die Vereinbarung aus: Busse mit besonders vielen Schülern für das Fridericianum etwa und knappen Anschlussbeziehungen sollen weiterhin über den Marienplatz rollen. Die anderen Busse – immerhin 80 Prozent – werden über den Platz der Jugend, die Goethestraße und die Geschwister-Scholl-Straße bzw. gleich über die Graf-Schack-Allee und die Werderstraße umgeleitet, wie Helms erläutert. Voraussichtlich Ende Februar liege der Baustellen-Fahrplan vor.

Der Schweriner Nahverkehr benötige den zusätzlichen Spielraum auf dem Marienplatz vor allem, um Umsteigebeziehungen zwischen Bussen und Bahnen zu sichern, betont Geschäftsführer Klatt. Er sieht in der Baustellen-Regelung bereits ein Modell für die Zukunft. „Es macht wenig Sinn, mit Bussen über Straßenbahntrassen zu fahren“, erklärt Klatt. Die Bahn sei nun mal das Haupttransportmittel in der Stadt und so bringe der Nahverkehr seine Kunden aus den Außenbereichen schon jetzt per Bus zu den Umsteigepunkten insbesondere in der Von-Stauffenberg-Straße und der Kieler Straße, von wo aus sie mit der Bahn in die Innenstadt fahren könnten, sagt der Geschäftsführer. Entsprechende „Verknüpfungspunkte“ sehe auch der neue regionale Nahverkehrsplan vor, so Klatt. Das letzte Wort spreche freilich das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, das die Konzessionen für den öffentlichen Personennahverkehr vergebe.

Zukunftsmodell? So weit möchte Andreas Helms dann doch nicht gehen. Aus der Sicht des VLP-Chefs beeinträchtigen die Regionalbusse unter regulären Bedingungen nicht den Betrieb des Schweriner Nahverkehrs. „Der Linienverkehr, mit dem durchaus nicht nur Schüler unterwegs sind, sondern zum Beispiel auch Kunden des Schweriner Einzelhandels, sollte schon weiter über den Marienplatz fahren können“, unterstreicht Helms, zeigt sich aber offen für weitere Gespräche mit dem Schweriner Nahverkehr. „Uns ist an einer einvernehmlichen Lösung gelegen“, betont er.

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