Österreicher in Schwerin : Ein bisschen Salzburg in Schwerin

Die Heimat im Hintergrund: In ihrem Hotel legen Katrin und Raimund Brandner viel Wert auf Naturverbundenheit.
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Die Heimat im Hintergrund: In ihrem Hotel legen Katrin und Raimund Brandner viel Wert auf Naturverbundenheit.

27 Jahre Deutsche Einheit – Was hat sie Schwerin gebracht? In der Paulsstadt betreibt der Österreicher Raimund Brandner ein Biohotel

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27. September 2017, 12:00 Uhr

Nächsten Dienstag jährt sich zum 27. Mal der Tag der Deutschen Einheit. Was hat sie Schwerin und den Schwerinern gebracht? Vieles hat sich verändert oder ist völlig neu hinzugekommen. Wir wollen einige Beispiele aus Politik, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft vorstellen. Heute erzählen Katrin und Raimund Brandner vom Biohotel Amadeus, warum sie sich für die Landeshauptstadt entschieden haben.

„In der Gastronomie und Hotellerie liegt unsere Zukunft“, waren sich Katrin und Raimund Brandner von Anfang an einig. 2003 hatten sich die beiden auf einer Messe in Essen kennen gelernt, seitdem gehen sie Seite an Seite durchs Leben. Sie ist gebürtige Rostockerin, er kommt aus Österreich – genauer gesagt aus dem Salzburger Land. „Zu DDR-Zeiten war Mecklenburg-Vorpommern für mich ein weißer Fleck auf der Landkarte“, erzählt der 53-Jährige. Die erste Farbe auf diesen Fleck brachte 2006 dann ein Kaffeehaus: In Neukloster wagte das Ehepaar den ersten gemeinsamen Schritt in die Gastronomie, zwei Jahre später sollte es dann ein Hotel sein. Bei der Suche nach dem passenden Standort für die Verwirklichung ihres Traumes standen nicht nur verschiedene Orte aus seiner österreichischen, sondern auch aus ihrer Heimat an der Ostsee zur Wahl. Die Entscheidung fiel auf das ehemalige Hotel an den Linden, aus dem die Brandners 2008 ihr Biohotel Amadeus gemacht haben. „Bio ist kein Geschäftsmodell, das ist eine Lebenseinstellung. Wir möchten unseren Gästen das bieten, was wir selbst gerne mögen“, erklärt Katrin Brandner.

Inzwischen befindet sich das Ehepaar im zehnten Geschäftsjahr und erfreut sich Kunden aus ganz Europa. „Für mich spielt es keine Rolle, ob jemand aus dem Osten, Westen, Norden oder Süden kommt. Ich bin Europäer, mit österreichischen Wurzeln“, sagt der Inhaber des einzigen Biohotels der Landeshauptstadt. „Schwerin fühlt sich für uns nicht wie eine Stadt, sondern wie ein Dorf an. Mit all den kurzen Wegen und Bekanntschaften.“

Etwa 900 Kilometer liegt seine Heimat in den Bergen von Schwerin entfernt. Eine große Distanz zwischen zwei Städten, die laut Brandner viel gemeinsam haben: „Das kulturelle Angebot und die Innenstadt sind in Schwerin und Salzburg beinahe gleich.“ Fehlen würde ihm seine Heimat nur selten. Nur im Winter, da sei es besonders schlimm: „Wenn in Österreich das Thermometer minus 15 Grad zeigt, die Sonne strahlt und vor der Tür 50 Zentimeter Pulverschnee liegen, dann wäre ich gerne dort.“

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