Ausbildung in Schwerin : Ein begehrtes Handwerk

Hochkonzentriert bei der Arbeit ist der ausgebildete Goldschmied Michael Schoop, wenn er an seinem Arbeitsplatz in der Münzstraße einen Ring lötet.
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Hochkonzentriert bei der Arbeit ist der ausgebildete Goldschmied Michael Schoop, wenn er an seinem Arbeitsplatz in der Münzstraße einen Ring lötet.

Schweriner Handwerksbetrieben fehlt der Nachwuchs – heute Goldschmied: Kaum Lehrstellen in der Stadt vorhanden

svz.de von
05. Februar 2017, 09:00 Uhr

Die Arbeitswelt ist im Wandel – nicht nur in der Landeshauptstadt. Viele Handwerksberufe kämpfen ums Überleben, oft gibt es für ihre Produkte keinen Markt mehr. Aber auch technologische Innovationen und andere Entwicklungen verdrängen bestimmte Berufe aus unserem Leben, wenn kein Nachwuchs mehr gefunden wird. Auch Goldschmied Michael Schoop führt ein selten gewordenes Handwerk aus.

Doch entgegen der gängigen Meinung ist der Beruf des Goldschmiedes sehr begehrt. „Leider gibt es nur wenige Ausbildungsstellen“, erzählt der Diplom-Schmuckdesigner und Goldschmied. Als Inhaber des Unternehmens „Schoop-Design“ plane er in naher Zukunft, eine Lehrstelle anzubieten – auch um eventuell die Betriebsnachfolge rechtzeitig zu sichern. Die Voraussetzungen sind da: Eine Goldschmiedemeisterin ist vorhanden, der Nachwuchs klopft an die Tür, das Handwerk ist gefragt. Zudem sei die Qualität der Bewerber sehr hoch. „Viele haben mindestens das Fachabitur absolviert.“

Doch Michael Schoop warnt vor falschen Vorstellungen über das Handwerk. „Goldschmied ist ein sehr schmutziger Beruf“, so der Experte. Oft sei auch das Lohnniveau abschreckend. Die Entfernung zu den Berufsschulen in Pforzheim und Arnstadt hingegen nicht.

Bevor sich ein Schüler für die dreieinhalb Jahre dauernde Ausbildung entscheidet, empfiehlt Schoop unbedingt, in die Praxis reinzuschnuppern. Außerdem rät er zu einer Lehre im Betrieb anstatt einer rein schulischen Ausbildung. „Auch das Studium zum Schmuckdesigner macht meiner Meinung nach nur nach einer Ausbildung Sinn. Dann ist die handwerkliche Grundlage vorhanden.“

In dem kleinen Unternehmen „Schoop-Design“ in der Münzstraße sind fünf Goldschmiede beschäftigt, die neben Reparaturen auch eigene Schmuckstücke anfertigen. Zudem beliefert Michael Schoop andere Einzelhändler. „Um in dieser Branche zu überleben, muss man sich als Goldschmied breit aufstellen, immer auf dem Laufenden über neue Schmuck-Trends bleiben und ein guter Verkäufer sein.“

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