Raben Steinfeld : Ein Basalt mit buntem Innenleben

Geglückte Verwandlung: Reinhard Braasch präsentiert den Rest des Fünf-Kilogramm-Basalts vor dem Leuchtkasten mit drei jeweils ein Millimeter dünnen Scheiben dieses Steins und einer vierten Scheibe mit einem Granat.
Geglückte Verwandlung: Reinhard Braasch präsentiert den Rest des Fünf-Kilogramm-Basalts vor dem Leuchtkasten mit drei jeweils ein Millimeter dünnen Scheiben dieses Steins und einer vierten Scheibe mit einem Granat.

Der Raben Steinfelder Hobby-Geologe Reinhard Braasch bringt seinen besonderen Fund zum Leuchten

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06. Februar 2018, 12:00 Uhr

Dass in diesem großen, mit rostbraunen Punkten gesprenkelten Stein ein bunter Kern steckt, das wusste Reinhard Braasch schon, als er ihn im vorigen Frühjahr an der Ostsee nahe Klütz fand. Der 70-jährige Hobby-Geologe hatte gezielt nach einem mit Mineralien durchsetzten Basalt gesucht. Dieser Ankaramit ist etwa 300 000 Millionen Jahre alt, stammt aus dem Süden Schwedens und kam während der Weichsel-Eiszeit vor tausenden Jahren in unsere Breitengrade. Jetzt zeigt Braasch drei dünne Scheiben dieses Steines sowie einen Granat in seinem kleinen Museum im Unterdorf von Raben Steinfeld. Und dank des selbstgebauten Leuchtkastens erstrahlen die Olivin-Teilchen in dem Feinschnitt in rötlichen Tönen. Da der Anteil des Minerals Augit höher ist, überwiegen grüne Farbanteile.

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Reinhard Braasch ist mit dem Ergebnis zufrieden. Daher zeigt er diesen Fund gleich im neu gestalteten Eingangsbereich seines Museums, das vor allem Sternberger Kuchen und Feuersteine präsentiert. „Allein hätte ich das aber nicht gekonnt“, erzählt der Raben Steinfelder. Tatkräftige Hilfe erhielt Braasch vom Ludwigsluster Mineralienmaler Jörg Thomas. Der war schon bei der Tour an der Ostseeküste dabei. Und in Ludwigslust wurde der handtellergroße Stein auf einer Spezialsäge zerschnitten. Etwa 40 ein Millimeter dünne Scheiben konnten die beiden Hobby-Geologen aus dem Kern gewinnen. Präsentiert werden einige in Raben Steinfeld, weitere in Ludwigslust.

Dieser Fund erregte zudem Aufsehen. Das Sammlermagazin Lapis widmete ihm einen großen Beitrag. Und die Mitglieder aus der Westmecklenburger Gesellschaft für Geschiebekunde kürten den Ankaramit zum Fund des Jahres 2017. Reinhard Braasch hofft, dass die Strahlkraft dieses Steines hilft, auch Laien für die Geologie zu begeistern. „Für mich ist Geologie eine Zeitreise in die Erdgeschichte, die unserer Landschaft schuf“, erzählt der gelernte Schlosser. Wer sein Museum besuchen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 03860/247 anmelden. „Eigene Funde können gern mitgebracht werden“, fügt Braasch an. Der 70-Jährige hilft dann bei der Bestimmung.

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