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Zeitung für die Landeshauptstadt

12. Dezember 2017 | 07:45 Uhr

Schwerin : Ein Abend mit Herbert Köfer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Warm-Up zum Filmkunstfest im Verlagshaus unserer Zeitung mit Herbert Köfer und dem DEFA-Film „Liebe mit 16“

svz.de von
erstellt am 29.Apr.2014 | 19:54 Uhr

Gleich drei Hauptdarsteller standen heute Abend im Mittelpunkt des traditionellen Filmfest-Warm-Ups im Verlagshaus unserer Zeitung eine Woche vor Beginn des Schweriner Filmkunstfestes MV (6. bis 11. Mai 2014): leibhaftig die Schauspiellegende Herbert Köfer, auf der Leinwand der DEFA-Film „Liebe mit 16“, der 1973 in Schwerin gedreht wurde, mit Köfer in der Rolle des gestrengen Tanzlehrers, und als Drittes das Filmkunstfest in Gestalt seines neuen Künstlerischen Leiters Volker Kufahl.

 

Im Gespräch mit dem stellvertretenden SVZ-Chefredakteur Max-Stefan Koslik wies Kufahl auf einige Höhepunkte des 24. Filmkunstfestes hin. So wird mit der Schauspielerin Hanna Schygulla, die für ihr Lebenswerk mit dem Ehrenpreis „Goldener Ochse“ gewürdigt wird, der Glanz der großen weiten Filmwelt nach Schwerin kommen. Ihr zu Ehren läuft eigens eine Reihe ihrer erfolgreichsten Filme, u.a. „Effi Briest“ und „Lili Marleen“. Am 11. Mai wird die Schygulla im Schleswig-Holstein-Haus aus ihren Memoiren „Wach auf und träume“ lesen. „Dass nach Schwerin Jahr für Jahr so viele Prominente auch ohne Preisgeld kommen, hat mit dem guten Ruf des Festivals zu tun. Es hat sich herumgesprochen, dass Gastfreundschaft in Schwerin groß geschrieben wird“, so Kufahl.

Insgesamt gibt es an den sechs Festivaltagen 127 Veranstaltungen. 90 Filme laufen im Programm mit Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilmen in den drei Wettbewerben sowie in den sieben Nebensektionen. Mehr als 100 Filmemacher und Schauspieler werden ihre Arbeiten in Schwerin präsentieren.

Dann plauderte Herbert Köfer, der Stargast des Abends, gutgelaunt und offen über sein Leben und seine kaum noch zu zählenden Rollen in Film, Fernsehen und Theater. Auf die Frage, woher er mit 93 Jahren noch die Kraft für seine Arbeit finde, sagte Köfer unumwunden: „Ich empfinde Arbeit nicht als schwer. Und Schuld daran ist mein Publikum.“

Natürlich sparte der Volksschauspieler, wie nicht anders zu erwarten, nicht mit Anekdoten. Todesanzeigen lese er etwa schon lange nicht mehr, weil in seinem Alter kaum noch jemand sterbe.

Für die Charakterisierung als Volksschauspieler schäme er sich ganz und gar nicht. „Wenn ich es geschafft habe, mit heiteren Rollen Freude zu bereiten oder in ernsteren zum Nachdenken anzuregen, dann habe ich mein Soll als Schauspieler erfüllt“, so Herbert Köfer unter dem Beifall des Publikums.

Dann wurde der Film „Liebe mit 16“ mit Simone von Zglinicki in der Hauptrolle gezeigt, in dem die 200 Zuschauer viele der Drehorte von 1973 wiedererkennen konnten – Pfaffenteich, Alter Garten, die Straßenbahn, die noch nach Zippendorf fuhr… „,Liebe mit 16‘ war damals einer der wenigen Filme, in denen derart intensiv und wahrhaftig von der Liebe erzählt wurde“, so Herbert Köfer.

Natürlich ließen sich nach dem Film viele Gäste die Gelegenheit nicht entgehen, sich von Publikumsliebling Herbert Köfer sein Erinnerungsbuch „Nie war es so verrückt wie immer“ signieren zu lassen und auch ein paar Worte mit ihm zu wechseln.


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