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Banzkower wollen bauen : Eigenes Heim in der Warteschleife

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Familie Götting möchte in ihrem Heimatdorf Banzkow ein Haus bauen – Gemeinde stößt bei Bauland-Planung auf Widerstand

von
erstellt am 01.Sep.2016 | 16:00 Uhr

Die Gemeinde Banzkow will junge Familien im Dorf halten und ihnen Bauland anbieten. Die Pläne für ein neues Wohngebiet mussten jedoch abgespeckt werden, weil die Raumordnungsbehörde des Landes andere Prioritäten setzt und Schwerin fördern will. Bauwillige aus Banzkow wie die Familie Götting warten indes auf den Startschuss.

In ihrer Mietwohnung ist es den Göttings zu eng geworden. Janett und Marcel Götting leben mit ihren Kindern Luke und Ella in einem Vier-Familien-Haus am Dorfrand von Banzkow. „Wir wollen bauen, uns unser eigenes Heim schaffen“, erzählt Janett Götting (33). Eigentlich wollte die Familie spätestens in diesem Sommer das geschafft haben. Denn Luke kommt zur Schule und wartet schon lange auf ein eigenes Zimmer. „Die Pläne für unser Haus liegen in der Schublade, die Finanzierung steht“, betont Marcel Götting (36). Aber für das von der Gemeinde favorisierte Baugebiet schräg gegenüber vom jetzigen Wohnort liegt immer noch keine Genehmigung vor.

„Dabei macht die Gemeinde alles, um junge Leute im Dorf zu halten, ihnen eine Perspektive zu geben“, betont der Vermessungsingenieur. Diesen Eindruck jedenfalls haben die Eheleute, die sich seit knapp zwei Jahren mit Ideen und Vorschlägen in die Planungen der Gemeinde einbringen.

„Das Amt für Raumordnung macht uns das Leben schwer“, macht Bürgermeisterin Irina Berg ihrem Unmut Luft. Wenn sie jetzt im Wahlkampf hört, dass die Abwanderung gestoppt, gerade junge Familie in MV gehalten und der ländliche Raum gestärkt werden müsse, fragt sie, warum das Baugebiet an der Alten Landstraße zwischen Banzkow und Plate nicht längst genehmigt wurde.

Rückblick: Beim Neujahrsempfang 2015 kündigte Irina Berg an, dass die Gemeinde wegen der großen Nachfrage ein neues Wohnareal erschließen möchte. Damals lagen mehr als 20 Anfragen von jungen Familien aus den Dörfern der Region und „Heimkehrern“ vor, heute sind es 34. „Wir wollten Platz für 25, 26 Wohnhäuser schaffen“, so Berg. Damit kam die Gemeinde nicht durch. Nach jüngsten Absprachen sollen es maximal 18 Wohnungen werden – für Familien, die in der Gemeinde leben. „Für junge Familien, die zurückwollen, dürfen wir kein Bauland vorhalten“, fasst Berg zusammen. Die Folge für die Gemeinde sei fatal, denn ein gesundes Wachstum gäbe es dann nicht mehr. „Einst waren wir ländlicher Zentralort und es flossen reichlich Fördermittel“, blickt Berg zurück. Im Stadt-Umland-Raum wurde die Entwicklung stark begrenzt. Und nach der Neuordnung des „Speckgürtels“ um Schwerin gehört die komplette Gemeinde zum ländlichen Raum. „Unser Entwicklungspotenzial wird nun noch mehr beschnitten“, ärgert sich Berg. Die Bürgermeisterin hofft darauf, dass sich in der nächsten Legislaturperiode da einiges ändert und die Reden nach dem 4. September nicht vergessen sind.

Zuerst allerdings müsse jetzt grünes Licht für das Bauareal kommen, damit Familien wie die Göttings loslegen können. „Ich arbeite in Parchim, meine Frau in Schwerin“, erzählt Marcel Götting. „Wir haben beide unsere Familien und unsere Freunde hier. Und Banzkow verfügt über eine sehr gute Infrastruktur. Hier sollen unsere Kinder groß werden, hier wollen wir alt werden.“

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