Ernte bei Familie Jürgens : Eigener Garten füllt Speisekammer

Karin Jürgens liebt frisches Obst. Im eigenen Garten gedeihen die Brombeerbüsche prächtig.
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Karin Jürgens liebt frisches Obst. Im eigenen Garten gedeihen die Brombeerbüsche prächtig.

Sommer ist Erntezeit: Karin und Paul-Friedrich Jürgens aus Consrade schöpfen jedes Jahr aus dem reichen Fundus ihres Grundstücks

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14. August 2015, 23:17 Uhr

„Es dauert noch ein bisschen, dann sind sie alle so schön dunkel“, sagt Karin Jürgens und steckt sich eine Brombeere in den Mund. „Süß sind sie schon.“ Die Rentnerin aus Consrade hat aber nicht nur Brombeeren in ihrem Garten. Auf gut einem Hektar bauen sie und ihr Mann Paul-Friedrich eine Vielzahl von Obst und Gemüsesorten an. Für Paul-Friedrich beginnt im Frühjahr die Arbeit mit dem Aussäen und Pflanzen. „Für mich beginnt die richtige Arbeit dann mit den ersten Erdbeeren“, sagt Karin Jürgens. Die meisten Früchte verzehren sie, ihr Mann sowie die Kinder und Enkel roh. Ein Teil werde aber auch zu Marmelade verarbeitet. Wenige Wochen später folgen dann Himbeeren und rote Johannisbeeren. „Daraus koche ich auch Marmelade, denn gekaufte kommt mir nicht ins Haus“, betont Karin Jürgens. Ein- bis zweimal habe sie es probiert. „Doch alles, was aus meinem Garten kommt, ist ungespritzt und gesund. Zudem schmeckt das viel besser als die Sachen aus der Fabrik“, erklärt die 69-Jährige. Und so stehen auf ihrem alljährlichen Küchenplan auch grüne Bohnen. „Die wecke ich ein. Aber auch ganz frisch sind sie ein echter Gaumenschmaus“, sagt sie und erzählt von der Lieblingsspeise der Enkel: Buschbohnen mit Butter und Petersilie. Sehr gern kocht Karin Jürgens Bohnensuppe mit Räucherbauch: „Ganz nach mecklenburgischer Tradition.“

Momentan stehen bei ihr Gurken hoch im Kurs – Salatgurken aus dem Gewächshaus sowie Freilandgurken. „Die ersten sind schon eingelegt. Da habe ich ein altes Rezept von meiner Tante Hilde“, sagt sie und verweist auf zwei große Steintöpfe sowie eine lange Reihe mit Weckgläsern im Kellerregal. „Wir machen immer zwei Sorten. Die mit Dill und Gewürzen sowie die typischen Salzgurken“, sagt Karin Jürgens.

Nicht nur das grüne Gemüse landet bei ihr im Weckglas. Selbst Möhren schnippelt sie klein und legt sie in Salzwasser ein. „Am liebsten mag ich Karotten jedoch frisch in Butter gedünstet mit Petersilie – frische Kräuter sind ein Muss“, erklärt die Küchenfee.

Für alle, die lieber Süßes mögen, hat sie ebenso viele Sorten im Angebot: Apfelmus, eingeweckte Birnen, Pflaumen und Kirschen. „Die Ausbeute bei den Kirschen war aber dieses Jahr nicht groß“, sagt Karin Jürgens und schlendert weiter durch den großen Garten. Rund um das Hochbeet ranken gelbe kleine Kürbisse. „Das ist nur Zierde, die kann man nicht ernten, wuchern aber wie Teufel“, erzählt Paul-Friedrich Jürgens. Sein ganz besonderer Stolz sind neben den großen, gepflegten Beeten die Buchsbaumskulpturen. Gut einen Meter messen Bär, Vogel und die anderen Figuren. „Das ist so ein kleines Hobby“, sagt Jürgens und rückt die gelben Augen zurecht. „Manchmal stecke ich Blüten rein, sie müssen ja auch gucken können“, sagt er und lacht.

Die Küchenarbeit mit dem Obst und Gemüse überlässt der Rentner ganz seiner Frau. „Ich bau es an und sie zaubert schöne Sachen daraus – das ist unsere Arbeitsteilung“, erklärt Paul-Friedrich Jürgens. Seine Frau macht große Augen: „Tja, also ich bräuchte so viel Obst und Gemüse nicht.“ Aber dennoch ist sie froh über die Vielfalt auf dem eigenen Grundstück. Denn gern verarbeiten die beiden den eigenen Salat, die Kräuter und das Obst zu Smoothies. „Anfangs waren wir skeptisch, doch jetzt muss ich sagen, es schmeckt lecker. Und es ist gesund“, erklärt die Consraderin. In die Mixgetränke kommen bei den Jürgens’ Blätter von Kohlrabi und Rote Bete, Grünkohl, Rucola, Löwenzahn, Giersch, Mangold, Vogelmiere, Gänseblümchen und Äpfel – selbstverständlich aus dem eigenen Garten.

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