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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 03:08 Uhr

Gädebehn : Eichen verlassen die Kinderstube

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mitarbeiter der Baumschule in Gädebehn ernteten 5500 junge Eichenbäume, die für die Aufforstung einer Fläche bei Lübz bestimmt sind

von
erstellt am 27.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Die Handgriffe sitzen – bei jedem der sieben Mitarbeiter der Gädebehner Forstbaumschule. Das nass-kalte Aprilwetter an diesem Morgen müssen die Männer und Frauen so hinnehmen. Bei einer Temperatur von knapp zwei Grad ist die Ernte der jungen Eichenbäume auf der Plantage bei Gädebehn kein Zuckerschlecken.

Für eine große Erleichterung sorgt der Traktor Valtra mit angehängtem Pflanzenrüttler, der langsam die Reihen mit den jungen Eichenbäumen entlangfährt, den Boden lockert, die Bäumchen anhebt und die Erde leicht abrüttelt. So können die Forstwirte die zweijährigen Traubeneichen leichter aus dem Boden ziehen. 50 Stück werden gleich an Ort und Stelle nach Größe und Qualität sortiert und zu einem Bund zusammengeschnürt. Am Ende müssen es 5500 gezogene Eichenbäumchen sein. Nach einer guten Stunde ist es geschafft.

Die Pflanzenbündel wurden nach der Ernte für einen Tag noch mal in die Erde eingeschlagen. Denn abgeholt wurden sie erst tags darauf, erklärt Manuela Springer. Sie leitet die Baumschule der Landesforstanstalt. Es ist die einzige landeseigene Forstbaumschule in Mecklenburg-Vorpommern und versorgt alle Forstämter im Land mit jungen Bäumen.

Bestimmt sind die zweijährigen Eichenbäume für das Forstamt Sandhof bei Lübz. Dort soll eine Fläche aufgeforstet werden. Die Chance, dass sie gut anwachsen, ist groß, der Boden noch feucht.

Mit dem Ziehen der Traubeneichen beendet die Baumschule die Pflanzenernte in diesem Frühjahr. Vorher hatten schon andere Eichen, Buchen und Fichten, aber auch Eiben und Wildäpfel die Kinderstube der Baumschule verlassen. Abnehmer waren die Landesforst und einige wenige, private Waldbesitzer.

Selbst gepflanzt haben die Forstwirte der Baumschule auch noch. 1000 Fichten kamen in den Boden. Sie sind vier Jahre alt und werden etwa in sechs Jahren als Weihnachtsbäume geerntet. 1000 solcher Fichten hatten die Gädebehner schon vorher gepflanzt.

Die größte Pflanzaktion aber steht noch bevor. Im Sommer wollen sie annähernd 14  000 Nordmanntannen und Blaufichten ausbringen – auf einer Fläche von rund zwei Hektar. Die Weihnachtsbaumkulturen befinden sich bei Gädebehn bzw. auf der Plantage bei Kölpin an der Landesstraße nach Demen. „Wir müssen den richtigen Zeitpunkt erwischen. Denn zu trocken darf es auch nicht sein. In der Regel aber wachsen die Baumwurzeln in dieser Jahreszeit noch gut an“, sagt die Leiterin der Forstbaumschule Gädebehn. Im ungünstigen Fall, so Manuela Springer, müsse die bepflanzte Fläche dann beregnet werden.

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