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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 03:01 Uhr

Pflanzaktion der Wemag : Eichen für den Klimawald

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stromversorger Wemag lädt zum vierten Mal zur Pflanzaktion ein: Bei Herren Steinfeld werden weitere sieben Hektar aufgeforstet

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 23:06 Uhr

Der jungen Wald am Dorfrand von Herren Steinfeld wächst und wird am Wochenenden zudem zum Klimawald: Der regionale Stromversorger Wemag lädt für Sonnabend zur Pflanzaktion ein. Schon vor zwei Jahren wurden bei Herren Steinfeld auf knapp vier Hektar Land Eichen gepflanzt. Nun werden weitere sieben Hektar aufgeforstet. Der regionale Stromversorger führt damit seine Aktion fort. Bei der inzwischen vierten Auflage sollen knapp 40 000 junge Bäume und Sträucher in die Erde kommen. Gepflanzt werden diese von Wemag-Kunden und Umweltfreunden. „Je mehr Freiwillige kommen, je besser“, unterstreicht Wemag-Sprecherin Diana Kuhrau. Los geht es am 18. Oktober um 11 Uhr. Der Wald beginnt hinter dem Bolzplatz von Herren Steinfeld, der am Ende der Straße „Zur Schafskoppel“ liegt. Achtung: Um diese Anliegerstraße zu erreichen, müssen Interessierte von der Hauptkreuzung kommend durch das Dorf fahren.

Damit am Sonnabend alles über die Bühne gehen kann, haben Fachleute die Fläche schon vorbereitet. Das Grün auf den seit zwei Jahren nicht mehr genutzten Flächen wurde nicht nur gemäht, sondern gemulcht. So dient es den junge Bäumen als Gründung. Darüber hinaus musste die Bodenkrume aufgebrochen werden. Mit Hilfe eines Bodenmeißels wurden lange, 60 Zentimeter tiefe Streifen in die Hügel gezogen: In diesen aufgelockerten Boden werden am Sonnabend die jungen Bäume und Sträucher gesetzt. „Es braucht keiner Angst zu haben, etwas falsch zu machen“, betont der Friedrichsthaler Revierförster Dietmar Beier. Mitarbeiter vom Forstamt Radelübbe und einer von der Wemag beauftragten Fachfirma stehen den Helfern zur Seite und geben Tipps, wie die Setzlinge in die Erde gebracht werden müssen. „Und wir fangen mit der Pflanzaktion dort an, wo es leicht ist – auf den Plateaus. Dort kommen Eichen hin.“ Der neue Wald soll auf einer hügligen Endmoränenlandschaft heranwachsen. Lehmböden, Trockenflächen und auch feuchte Senken sind zu finden. „Deshalb pflanzen wir ja nicht nur Traubeneichen“, erläutert Beier. Die sind zwar für Neuaufforstungen bestens geeignet, weil sie auch ohne schützende Altbäume klarkommen. 30 000 Stück liegen am Sonnabend bereit. Doch auf feuchten oder leichten Böden sind andere Baumarten gefragt: Setzlinge der Roteiche, von Berg- und Feldahorn, Vogel- und Mehlbeere, Wildapfel und -birne, Sommerlinde liegen bereit. Hinzu kommen Sträucher wie Haselnuss, Schleh- und Weißdorn. „Damit bestücken wir die künftigen Waldränder“, so der Förster. Der Saum wird so nicht nur bunt, er liefert auch Früchte für Vögel und andere Tiere.

Damit die Neuanpflanzungen nicht gleich von Rehen und anderen Wildtieren abgefressen werden, wird das Areal eingezäumt. Dieser Zaun steht schon. Naturfreunde müssen sich aber nicht ausgesperrt fühlen. „Es gibt einen Wirtschaftsweg, der zwischen der vor zwei Jahren aufgeforsteten Fläche und dem neuen Areal verläuft“, erläutert Dietmar Beier. Dort können auch Erholungssuchende spazieren gehen. Die sollen aber darauf achten, dass das Zugangstor gleich wieder geschlossen wird. Der Förster bittet auch, dass nicht zwischen den Neuanpflanzungen umher gelaufen wird. „Vom Wirtschaftsweg aus haben alle einen guten Blick auf den heranwachsenden Wald“. Außen vor bleibt nur die Fläche mit der abgedeckten Müllkippe. „Das ist eine Sukzessionsfläche“, sagt der Fachmann. Diese soll die Natur ganz allein zurück erobern und langfristig zum Teil des Waldes werden.

Dietmar Beier freut sich schon auf die Pflanzaktion, die einen Zuwachs von Waldfläche in seinem Revier bedeutet. „Denn wir gehören zu den waldarmen Regionen“, betont der Fachmann. Etwa ein Drittel von Deutschland ist mit Wald bedeckt. Im Mecklenburg-Vorpommern sind es gerade mal 20 Prozent. Im Bereich des Forstamtes Radelübbe liegt der Prozentsatz noch tiefer, weil es hier gute Böden gibt, die landwirtschaftlich genutzt werden.

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