Schwerin : Ehrenamts-Card sucht Sponsoren

Viele ehrenamtlich Tätige wünschen sich vor allem eine Ermäßigung für die Fahrten mit Bus und Bahn.
Viele ehrenamtlich Tätige wünschen sich vor allem eine Ermäßigung für die Fahrten mit Bus und Bahn.

Verwaltung braucht finanzielle Unterstützung, um den Beschluss der Stadtvertreter zu Vergünstigungen für freiwillige Helfer umzusetzen

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01. Juni 2015, 14:00 Uhr

Wenn am 5. Dezember zum Internationalen Tag des Ehrenamtes wieder engagierte Schweriner im Rathaus feierlich geehrt werden, dann sollen sie erstmals eine Ehrenamts-Card erhalten. Das haben die Stadtvertreter so beschlossen. Die Karte soll den Freiwilligen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, kleine Vergünstigungen verschaffen, beispielsweise ermäßigten Eintritt zu Veranstaltungen. Dafür ist die Stadt derzeit intensiv auf der Suche nach Partnern. Denn die Ermäßigungen müssen natürlich bezahlt werden.

Die Akquise entsprechender Sponsoren soll durch die Verwaltung erfolgen, wobei die Unterstützung seitens der Politik und von Netzwerken genutzt werden sollte. So hat es die Mehrheit der Stadtvertreter im Auftrag an die Oberbürgermeisterin formuliert. Was am Ende für die Ehrenamtlichen dank der neuen Karte vor allem erreicht werden soll, steht dabei schon fest: Aus vorangegangenen Diskussionen wird von den ehrenamtlich Tätigen immer wieder eine Fahrpreisermäßigung für den Nahverkehr als bedeutsam dargestellt.

Es gibt Praxisbeispiele, wie eine Ehrenamts- oder Danke-Karte in anderen Städten bereits eingesetzt wird. In Rostock gibt es die Ehrenamtskarte seit 2011. Sie berechtigt zu ermäßigten Eintrittspreisen in verschiedenen kommunalen Einrichtungen und zu einer günstigen Nutzung des Nahverkehrs. Zudem können Rabatte bei Unternehmen der freien Wirtschaft in Anspruch genommen werden.

Die für die beteiligten Einrichtungen und Unternehmen damit verbundenen Einnahmeverluste werden nicht ermittelt. Vielmehr erfolgt das Engagement der beteiligten Unternehmen im Sinne einer Marketing-Maßnahme. Für die Vergünstigungen im Nahverkehr gibt es durch die Stadt einen finanzieller Ausgleich. Die Zahl der Karten in Rostock ist nicht begrenzt.

In Kassel erhalten Ehrenamtler eine „Danke Karte“. Mit ihr sind ermäßigte Eintritte, Preisnachlässe und anderes mehr in kommunalen Einrichtungen, aber auch in Dienstleistungsbetrieben und Unternehmen der freien Wirtschaft möglich. Auch hier nutzen die Firmen ihre Unterstützung als Instrument der Eigenwerbung. Ein finanzieller Ausgleich durch die Stadt erfolgt nicht. In Hessen wurde zudem eine Vernetzung der durch die Städte und Gemeinden bzw. Landkreise ausgereichten Karten realisiert. Die Danke- Karte ist damit im ganzen Bundesland nutzbar.

In Schwerin sollen künftig 40 bis 45 Personen als Anerkennung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit die Ehrenamts-Card erhalten. Ausgehend von einer zweijährigen Gültigkeitsdauer der Karte würden maximal 90 Schweriner die damit verbundenen Vergünstigungen erhalten. Die Schaffung einer Ehrenamts-Card für Schwerin stellt eine freiwillige und zusätzliche Aufgabe dar. Angesichts der Haushaltssituation dürfen der Stadt deshalb keine Kosten entstehen.

Es erfolgen derzeit unter Nutzung der vorhandenen Kontakte und Netzwerke Anfragen bei in der Stadt ansässigen Unternehmen, Dienstleistern, aber auch Handelsketten zu einer möglichen Unterstützung der Ehrenamtskarte. Gleiche Anfragen wurden an die kommunalen Unternehmen gerichtet. Eine erste Auswertung zu den Ergebnissen soll in Kürze erfolgen.

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