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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. August 2017 | 16:03 Uhr

Schwerins Radwege : Dwang: Radweg sorgt für Streit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Geplante Trasse am Südufer der Halbinsel ruft Anwohner auf den Plan – Stadt will sich Alternativen noch einmal ansehen

Idyllisch ist es auf dem Dwang, Seeblick, Natur pur. Doch mit der Ruhe auf der Halbinsel könnte es bald vorbei sein, ist es eigentlich schon vorbei. Die Stadt plant auf der Südseite einen Rad- und Wanderweg inklusive Brücke zur Krösnitz. Die Anwohner sind alarmiert, fürchten um die Lebensqualität. Bei einer Info-Veranstaltung im Rathaus musste sich Baudezernent Bernd Nottebaum denn jetzt auch kritische Fragen anhören.

Doch für den Dezernenten ist der Fall klar: Die Politik habe die Weichen für den Verbindungsweg zwischen dem Radfernweg Hamburg-Rügen und dem Residenzstädte-Radrundweg gestellt, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, erklärte Nottebaum vor mehr als 50 Zuhörern im Demmlersaal. Der neue Weg werde am Ufer entstehen, auf Grundstücksflächen, die die Anlieger zwar bisher nutzen könnten, die jedoch nicht ihnen, sondern der Stadt gehörten.

Von Frühjahr kommenden Jahres an soll der drei Meter breite Streifen voraussichtlich gebaut werden. Kosten: rund 1,8 Millionen Euro, finanziert mit Fördermitteln. Um den Planern den notwendigen Raum zum Planen zu geben, seien die Anlieger, die in der Vergangenheit von einem Umlegungsverfahren profitiert hätten, aber gebeten worden, die städtischen Flächen bis Ende des Monats zu räumen, sagte Ulrich Bartsch vom Zentralen Gebäudemanagement.

Doch so schnell wollen die Dwanger nicht aufgeben. Der geplante Weg stelle einen „erheblichen Eingriff in die Natur“ dar, betonte Anwohner Karl-Heinz Bartlau. Bedarf und Zweckmäßigkeit des Weges seien zu bezweifeln, zumal es günstigere Alternativen gäbe. „Wir fühlen uns von der Verwaltung nicht mitgenommen“, sagte Anwohner Henning Sellmann. Kein Urlauber werde einen Abstecher auf den Dwang machen: „Die Touristen, die nach Schwerin kommen, wollen das Schloss sehen.“ Durch den geplanten Weg werde der Dwang nicht schöner, kritisierte Anwohner und grüner OB-Kandidat Martin Lorentz.

Tatsächlich gäbe es auf dem Dwang viele schützenswerte Biotope, unterstrich Jürgen Friedrich vom BUND. Auch Umweltausschuss-Chef Manfred Strauß appellierte an die Verwaltung, nochmals Alternativstrecken auf dem Dwang zu prüfen.

Bei der Planung des neuen Weges würden alle Auflagen des Naturschutzes berücksichtigt, versicherte Dezernent Nottebaum. Er bat die Anwohner die betreffenden Grundstücksteile zunächst wie vorgesehen zu räumen, gab sich aber auch kompromissbereit. Die Verwaltung werde sich mögliche Alternativen noch einmal ansehen, so Nottebaum.

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erstellt am 19.Mai.2016 | 11:45 Uhr

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