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Alt Schlagsdorfer Bauer sorgt sich um Raps : Durstige gelbe Landschaft

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landwirte in der Region sind mit den ersten Schauern noch nicht zufrieden – Nachsaat steht kümmerlich da

„Das reicht doch lange noch nicht aus“, sagt Frank Piehl. Der Landwirt aus Alt Schlagsdorf meint den Regen der vergangenen Tage. Zwar seien etwa 15 Millimeter pro Quadratmeter gefallen. Dennoch wünscht sich der 47-Jährige weitere Schauer. „Alle zehn Tage zwischen 10 und 15 Liter wären ideal“, ergänzt der Landwirt.

Die Winterschäden würde dies nicht wettmachen, aber die Nachsaat retten. Denn die kahlen Nachtfröste Anfang Januar hätten nicht nur seinem Raps arg zugesetzt. Die Pflanzen hätten sich im vergleichsweise milden Winter gut entwickelt – eigentlich zu schnell. Der plötzliche Frost mit mehr als minus 15 Grad Celsius habe sie dann „gekillt“. Agrarberater hätten ihn immer wieder dazu ermuntert abzuwarten. „Auf den sandigen Lehmkuppen hat sich aber nichts erholt“, sagt Piehl. Er hat den Bestand dann umgebrochen und Sommerraps nachgedrillt. Fünf Wochen hatten die kleinen Saatkörner nun Zeit, um zu stattlichen Pflanzen zu werden. Doch aus diesem frommen Wunsch des Landwirts wurde nichts. Klein und kümmerlich stehen die Pflänzchen da. „Die kommen auch nicht wirklich. Aber es sieht besser aus als der kahle Boden“, sagt der Landwirt. Ein Grund für den kümmerlichen Bestand waren die trockenen Tage in den vergangenen Wochen. „Auch ein Laie kann sehen, dass hier Wasser fehlt“, sagt Piehl und zeigt auf lange Risse im Boden.

Blickt man aus der Ferne über die Rapsfelder des „landwirtschaftlichen Betriebs Klaus Piehl“, sieht trotzdem alles schön gelb aus. „Wie die Ernte wirklich wird, können wir natürlich erst sagen, wenn die Mähdrescher ihre Arbeit gemacht haben“, gibt Frank Piehl zu bedenken. Aber klar sei, dass 2016 eben nicht nur aufgrund des fehlenden Regens und Krankheiten wie der Kohlhernie (wir berichteten) als schlechtes Rapsjahr in die Geschichte eingehen werde. „Rapserdflöhe sowie die Kleinen Kohlfliegen stürzen sich auf die Pflanzen“, sagt der Alt Schlagsdorfer Landwirt.

Auch Bauer Hansjörg Rotermann von der Agrargemeinschaft Lübstorf wünscht sich Regen. „Aber nicht nur der Raps, auch der Weizen und alle anderen Kulturen hätten gern einen regelmäßigen Nachschlag“, sagt der Zickhusener.

Auf den Feldern des Gutes Schönfeld steht der Raps prächtig da – blühende Landschaften wie im Bilderbuch. „Der Regen in den vergangenen Tagen war schon ganz gut“, sagt Magnus von Plessen zufrieden. Er profitiere im Bereich zwischen Mühlen Eichsen und Cramonshagen unter anderem vom lehmigen Boden. Die Bodenpunktzahl liege bei 50. „Da ist eher der Wind ein Problem als die Sonne. Zumal es so warm ja auch noch nicht war“, ergänzt der Landwirt. Zuversichtlich blickt von Plessen Richtung Ernte.

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erstellt am 25.Mai.2016 | 16:00 Uhr

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