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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. Oktober 2017 | 01:11 Uhr

Offene Gärten : Dunkle Wolken über Gartenidylle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im kleinen Dorf Zülow öffneten gleich zwei Familien ihre grünen Oasen – doch landesweit herrscht Sorge über Zukunft der beliebten Aktion

svz.de von
erstellt am 30.Jun.2014 | 08:00 Uhr

Die Regenwolken, die am Wochenende für so manchen Guss sorgten, nahmen die Neugierigen in Kauf. Zahlreich zogen sie von Dorf zu Dorf, um sich bei der Aktion „Offene Gärten“ in grünen Oasen umzuschauen,   die vor allem Privatleute  einmal im Jahr für  Zaungäste öffnen. Das nur rund 150 Einwohner zählende Zülow   hat sich dieses Mal  wohl den Beinamen „Hauptstadt“  der offenen Gärten verdient. Denn mit Simone und Bernd Käselau  sowie Birgit und Andreas Pürschel waren gleich zwei Familien dabei.

Und da sich die reiselustigen Gartenfreunde   im Vorfeld über das Wetter informiert  hatten, ging es  gleich am noch trockenen Sonnabendmorgen los.  „Das ist untypisch“, erzählt Simone Käselau , die  zum dritten Mal  ihr rund 1000 Quadratmeter großes Hausgrundstück vorstellte. „Die meisten Besucher kommen zur Kaffeezeit. Hoffentlich reicht der Kuchen!“  Zeit zum (Nach-)Backen  hatte die Pädagogin jedenfalls nicht. Das übernahmen Nachbarn  und Freunde. Die Hausherrin war damit beschäftigt, den Gästen den „ruhigen und den wilden Teil“ ihres Refugiums zu erläutern. Den ruhigen Teil  dominieren Stauden  und Blattpflanzen, im wilden Bereich geht es abwechslungsreich und bunt zu.

Vor 20 Jahren haben Simone und Bernd Käselau in Zülow bei Schwerin ein Häuschen gebaut. Den Garten legte sich das Ehepaar danach nach  seinen Vorstellungen an – mit Teich, mit   Sitzecke  hinter einer schützenden Ziegelmauer, mit Gewächshaus. „Wir sind keine Profis, haben viel gelesen und uns umgeschaut“, erzählt  Simone  Käselau. Dafür gibt es jetzt viel Lob  von den Gästen, die auch Tipps erhalten. „Wichtig ist, dass auch mal etwas weggeschnitten werden  muss, wenn es zu groß geworden ist“, betont Bernd Käselau.

Für Birgit und Andreas Pürschel  war es hingegen eine Premiere, fremden Leuten den privaten Rückzugsort zu präsentieren. „Bekannte hatten uns geraten, das zu machen“, berichtet Birgit  Pürschel. Das Grundstück hinter dem Katen ist etwa 4000 Quadratmeter groß. „Wir haben erst den Garten am Haus angelegt“, erzählt Birgit Pürschel. Doch auch auf der Wiese unter den alten Obstbäumen  entstehen immer mehr Beete. Eine Pflanzengattung ist  nicht zu übersehen: Funkien – auch Hosta genannt.  „Die  unterschiedlichen Blattstrukturen faszinieren mich“, sagt Birgit Pürschel. Vor zehn Jahren bekam die Zülowerin den ersten Ableger geschenkt, heute  stehen 100 Sorten  im Garten. Pflanzen  dieser Art sind es weitaus mehr.

Beim Fachsimpeln und Austausch – auch von Pflanzen –  kam ein Thema immer wieder  hoch: Wie geht es weiter? Denn der angekündigte Rückzug des   organisierenden Vereins überraschte Gäste wie Gastgeber gleichermaßen.  Die privaten Initiatoren fühlen sich nach acht erfolgreichen Auflagen nicht mehr in der Lage,  die landesweite Aktion zu stemmen. In Zülow waren Verständnis und Bedauern zu  hören.  Und der Wunsch, dass es weitergeht. Die Zülower Familien Käselau und Pürschel  wären mit an Bord.

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