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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 22:08 Uhr

Schwerin : Drei Investoren bieten fürs KIW

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor Verkauf der Industriebrache: Stadt will jetzt Vertreter der Fraktionen und die Kaufinteressenten an einen Tisch bringen

von
erstellt am 11.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Mehr als 1200 Teilnehmer mit Autos und Motorrädern und rund 5000 Besucher zählten die Organisatoren vom Verein IFA Mecklenburg-Vorpommern vor zwei Wochen auf dem Gelände des einstigen Kraftfahrzeuginstandsetzungswerkes „Vorwärts“ am Mittelweg. Der Ansturm hat schon eine jahrelange Tradition. Das Areal ist für die Oldtimer-Freunde ideal. Bleibt nur die Frage, wie es mit dem Oldtimer-Treffen weitergeht, sollte die Stadt das Vorwärts-Gelände am Mittelweg wirklich an einen Investor abgeben. „Wir würden das Objekt gerne weiterhin nutzen“, sagte Vereinschef Marco Holter. „Aber wir machen uns auch schon Gedanken über einen neuen Standort.“

Und das ist offenbar auch gut so. Denn der Ladenhüter unter den städtischen Industriebrachen hat Interessenten gefunden. Nachdem sich der renommierte Architekt und Projektentwickler Ulrich Bunnemann ins Spiel gebracht hatte, entschied sich die Stadt, das Areal auszuschreiben. Letztlich liegen seit der vergangenen Woche „drei ernst zunehmende Kaufangebote“ vor, wie Baudezernent Bernd Nottebaum auf Nachfrage erklärte. Für die Stadtverwaltung eine überraschend gute Entwicklung. Denn weder regional noch überregional – das „Vorwärts“-Gelände war sogar auf der angesehenen Münchner Messe Expo präsentiert worden – hatte es Interesse gegeben. Vielleicht war das auch nicht sonderlich überraschend: Das Areal ist durch die vormalige Nutzung in weiten Teilen schadstoffbelastet. Es ist zudem ein Industriedenkmal, was Veränderungsmöglichkeiten einschränkt.

Doch nun gleich drei Kaufangebote. Für die Stadtverwaltung sind das gleich zwei verlockende Varianten in dreifacher Auswahl. Schwerin wäre bei einem Verkauf des Geländes die Altlasten am Mittelweg los. Und ein Investor kauft ja schließlich auch, um daraus etwas zu entwicklen und damit Geld zu verdienen. Sprich: Ein derzeit ungenutztes innerstädtisches Areal würde perspektivisch wieder mit Leben gefüllt.

Dennoch, so der Baudezernent, soll nicht zwingend der Meistbietende den Zuschlag erhalten. Es müsse auch das Konzept passen. Deshalb will die Verwaltung vor der Vergabe ungewohnte Wege beschreiten. „Wir suchen noch für diesen Monat nach einem Termin, um die drei Investoren und Vertreter aller Fraktionen der Stadtvertretung sowie Mitarbeiter der Verwaltung an einen Tisch zu holen“, so Nottebaum.

Die Investoren sollen dort ihre Ideen präsentieren und erst danach sollen gemeinsam mit der Politik Kriterien gefunden werden, nach denen die Vergabe erfolgt. Dazu gehört sicher auch der ursprünglich geplante Umzug der Freiwilligen Feuerwehr Mitte auf das Areal. Bernd Nottebaum möchte noch in diesem Jahr eine Verkaufsvorlage zur Diskussion in die politischen Gremien geben. So könnte bereits Anfang 2018 eine Entscheidung in der Stadtvertretung fallen.

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