Stadtentwicklung in Schwerin : Drei Ideen und noch kein Zuschlag

Ein Besuchermagnet über die Stadtgrenzen hinaus: Wenn einmal im Jahr zum Oldtimertreffen auf das alte „Vorwärts“-Gelände eingeladen wurde, kamen tausende Besucher.
Ein Besuchermagnet über die Stadtgrenzen hinaus: Wenn einmal im Jahr zum Oldtimertreffen auf das alte „Vorwärts“-Gelände eingeladen wurde, kamen tausende Besucher.

Für das Gelände des ehemaligen KIW „Vorwärts“ am Mittelweg konkretisieren die Kaufinteressenten bis zum Frühjahr ihre Angebote

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09. Januar 2018, 05:00 Uhr

Jahrelang interessierten sich nur wenige für das Gelände des ehemaligen Kraftfahrzeuginstandsetzungswerkes „Vorwärts“. Einmal im Jahr gab es dort in den vergangenen Jahren eine Oldtimer-Schau – das wars. Den Charme der Industriebrache ließen darüber hinaus nur einmal die Festspiele MV bei einem Sonderkonzert am Mittelweg kurz aufflackern. Vieleicht war es das, was den Schweriner Architekten Ulrich Bunnemann auf den Plan rief. Denn über Jahre hatte die Stadt versucht, das Areal zu verkaufen. Niemand zeigte Interesse. Bis Bunnemann kam. Auf die dann von der Stadt veranlasste Ausschreibung zum Verkauf des „Vorwärts“-Geländes – dazu war die Stadt gesetzlich verpflichtet – meldeten sich neben Bunnemann sogar noch zwei weitere potenzielle Investoren. Die Stadt steht nun vor der schweren Aufgabe, den geeigneten Käufer zu ermitteln. Bis zum Frühjahr sollen die Bieter noch einmal ihre Vorstellungen konkretisieren – sowohl was die Kaufsumme betrifft als auch die Stadtentwicklungs-Optionen in diesem Bereich. Denn die Stadt will nicht nur verkaufen. Das Neue soll zu Schwerin und zum Viertel passen. In dieser Woche stellt SVZ einen Teil der potenziellen Investoren vor.

Bunnemann will in die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude Wohnungen einbauen und stilles Gewerbe ansiedeln. Er hat damit Erfahrung. Bereits auf dem Gelände der alten Brauerei setzt er das gerade um.

Ähnliches will eine Investorengruppe: Wolfgang Winkler, Rainer Cyliax und Mario Kube möchten auf der 62 000 Quadratmeter großen Fläche eine Mixtur aus Gewerbe und Wohnen etablieren. Und Ulf Heyer, der Besitzer des Strandhotels in Zippendorf, möchte preiswerte Mietwohnungen neu bauen und in der großen, insgesamt 18 000 Quadratmeter große Halle mit dem prägnanten Zacken-Dach eine Oldtimer-Schau etablieren.

Alle drei haben ihre Ideen bereits den Stadtvertretern vorgestellt. Denn die Verwaltung hat von Anfang an gesagt, die Politik in die Vergabe des zentral gelegenen Grundstücks einzubeziehen. Im Frühjahr, wenn die neuen Angebote auf dem Tisch liegen, werden sie sich erneut mit dem Thema beschäftigen.

Einen besonderen Bonus hat dabei Investor Bunnemann schon mal sicher. Sein Konzept wurde im Dezember in Berlin von einer unabhängigen Jury beim bundesweiten Ideenwettbewerbs „EnEff.Gebäude.2050“ – gefördert durch das
Bundeswirtschaftsministerium – in der Kategorie Ideen für zukunftsweisende Gebäude und Quartiere prämiert. Dabei lobten die Juroren vor allem das energetische Konzept und die ökologische Ausrichtung der Schweriner Idee. Gesucht waren im Wettbewerb insbesondere Ideen für energetisch zukunftsweisende Neubauten, Transformations- und Modernisierungsvorhaben im Bestand, Quartierskonzepte zum Wohnen und Arbeiten sowie neue Plusenergiekonzepte im Geschossbau.

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