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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 07:11 Uhr

Haushaltsprobleme in Rastow : Drei große Sorgenkinder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gemeindevertreter verabschieden Haushalt mit hohem Defizit, aber Investitionen in Schule, Sportplatz und Turnhalle sind dringend nötig

svz.de von
erstellt am 13.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Im Kommunalwahlkampf 2014 habe er versprochen, sich für eine Sanierung der Schule einzusetzen. An dieses Versprechen erinnert sich Bürgermeister Ralf Egbert Scharlaug heute noch sehr gut. Denn sein Wille, die Ausbesserungen im Ort voranzutreiben, ist ungebrochen. „Wir haben mehrere Stellen, an die wir ran müssen. Sporthalle, Sportplatz und die Regionale Schule müssen dringend saniert werden“, so Scharlaug.

Doch mit den Vorhaben und der Realität ist das immer so eine Sache. Man könnte auch weiter in der Umgangssprache bleiben und sagen: Ohne Moos nix los! Denn vor kurzem kamen die Gemeindevertreter zusammen und verabschiedeten einen Haushalt, den der Bürgermeister mit tiefen Sorgenfalten im Gesicht als „desolaten Haushalt“ bezeichnet. Seit Jahren spare man, wo man nur könne, und „dann gibt es Nachzahlungen bei den Gewerbesteuereinnahmen von rund 60 Prozent, die uns reinreißen“, so Rastows Bürgermeister. Deswegen mussten die Gemeindevertreter auch einen Haushalt verabschieden, der rund eine Million Euro Defizit aufweist. Aufwendungen gibt es in Höhe von 3,9 Millionen und Einnahmen von 2,8 Millionen Euro. Die Personalkosten machen den höchsten Anteil bei den Ausgaben aus.

Besonders trifft den Bürgermeister, dass es in den vergangenen Jahren eigentlich bergauf mit den Zahlen ging. 2014 waren es 640 000 Euro, die fehlten, um schwarze Zahlen zu schreiben. 2015 waren es 744 000 Euro, und vor einem Jahr sah es schon besser aus: „nur“ rund 390 000 Euro als Fehlbetrag.

Dennoch blickt der ehrenamtliche Chef der 1900-Einwohner-Gemeinde auch positiv in die Zukunft: „Mein Vorhaben ist es, dass wir die 2000-Einwohner-Marke knacken.“ Dafür müsse in die Infrastruktur investiert werden. Deswegen stehe in den nächsten Jahren ein Mammut-Projekt an: Sieben Millionen Euro sollen in die Regionale Schule, die Sporthalle und den Sportplatz investiert werden. Das sei dringend notwendig, denn die Sporthalle – in den 1980er-Jahren gebaut – ist seit Jahren nicht mehr richtig beheizbar, daher für den Schulbetrieb gesperrt. Derzeit weiche man nach Banzkow aus, was Mietkosten verursacht. Aus diesem Grund steht die Turnhalle auf Platz eins der Vorhabenliste. Bis 2018 soll das Gebäude durch den Neubau einer Zweifeldhalle ersetzt werden. Kosten rund 2,9 Millionen Euro. Auf Platz zwei stehe der Sportplatz, der kann nach einer Einigung mit der Eigentümergemeinschaft aus Schleswig-Holstein noch bis 2020 genutzt werden (SVZ berichtete). Bis spätestens 2019 soll ein genormtes Fußballfeld mit Tartanbahn und Kunstrasen für zirka 1,5 Millionen Euro entstehen. Auf dem dritten, nicht weniger bedeutsamen Platz der Vorhaben, folgt die Sanierung der Regionalen Schule. „Nicht nur an der Fassade, auch innen muss einiges getan werden. Eine Schule ist einfach ein Faktor, mit dem man junge Familien in den Ort holen kann“, sagt Ralf Egbert Scharlaug. Schulleiterin Brita Splisteser bestätigt: „Eine Sanierung ist dringend notwendig, um den Standort zu sichern.“ Kostenpunkt: knapp drei Millionen Euro. Aber die Gemeinde muss das nicht alleine stemmen. Vom Kreis gebe es gute Signale, dass bis zu 80 Prozent gefördert werden. Auf ein paar Ausgaben weist der Bürgermeister noch hin: „Die Feuerwehr bekommt eine neue Rettungsschere, eine Fotovoltaik-Anlage wird auf dem Kita-Gebäude installiert, und das Gemeindehaus müsse demnächst renoviert werden. Feuchtigkeit sei in den Wänden, da müsse etwas geschehen, bevor größere Schäden entstehen.

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