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22. November 2017 | 03:08 Uhr

Drama: Theater streicht 79 Stellen

vom

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2012 | 09:28 Uhr

Schwerin | Dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin steht ein radikaler Personalabbau bevor. Das von der Wirtschaftsprüfgesellschaft Wikom vorgelegte Sanierungskonzept sieht die Streichung von 79 Stellen und weitere drastische Sparmaßnahmen vor. Damit sollen bis 2016 insgesamt acht Millionen Euro eingespart - und so der Theaterbetrieb mittelfristig gesichert werden. Darüber informierte Generalintendant Joachim Kümmritz gestern die 320 Mitarbeiter seines Hauses.

"Der Sparplan sieht Einschnitte in allen Bereichen vor", sagte Kümmritz. Das betreffe sowohl die künstlerischen Teile als auch die technischen Abteilungen und die Verwaltung. Und es werde das Ende des Fünf-Sparten-Theaters bedeuten, denn die Wirtschaftsprüfer fordern die Schließung der Fritz-Reuter-Bühne und des Puppentheaters. Darüber hinaus müssen Sach- und Verwaltungskosten, Honorare und Gastspiele gestrichen werden. Vorgesehen ist zudem das Ende der Schlossfestspiele nach 2013.

"Dass damit ein dramatischer Verlust von künstlerischer Qualität und Vielfalt einhergeht, wird in Kauf genommen und rechnerisch verarbeitet", berichtete der Intendant mit zitternder Stimme. Ein Besucherrückgang von jährlich bis zu 80 000 Zuschauern und damit Einnahmeverluste von mehr als drei Millionen Euro pro Jahr seien in dem Konzept einkalkuliert, zeichnete der Theaterchef das unter ausschließlich wirtschaftlichen Gesichtspunkten erarbeitete Szenario nach. Einkalkuliert seien dort auch Planungsrisiken von sechs Millionen Euro für Abfindungen und Gerichtskosten. "Derart radikale Einschnitte an einem Theater hat es in Deutschland noch nicht gegeben", sagte der Intendant bitter. Er betonte aber, dass dieses Sanierungskonzept ein Plan sei, der jetzt in den Gremien der Stadtvertretung diskutiert werden müsse.


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