zur Navigation springen

Beschlossen : Doppelhaushalt für das Amt Crivitz steht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für einige Gemeinden erhöht sich die Umlage zum Teil erheblich, für andere wiederum sinkt sie

svz.de von
erstellt am 20.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Jetzt ist es amtlich: Die Umlage für die 17 Kommunen des Amtes Crivitz beträgt für dieses Jahr noch 18,8 Prozent, im nächsten Jahr erhöht sie sich allerdings auf 19,25 Prozent. Damit wissen die Gemeinden und die Stadt Crivitz, was finanziell auf sie zukommt. Beschlossen wurde der Doppelhaushalt auf der Sitzung des Amtsausschusses Donnerstagabend in Pinnow – einstimmig. Der Finanzausschuss hatte empfohlen, den Haushalt zu beschließen. Mit der Maßgabe, zusätzliche Stellen etwa im Bereich Tourismus und Finanzen aus Kostengründen nicht zu besetzen.

Mit dem Zahlenwerk hatte sich der Finanzausschuss zuvor in zwei Lesungen intensiv beschäftigt. Ursprünglich war eine höhere Umlage geplant worden: für dieses Jahr 19,6 und für nächstes Jahr 19,7 Prozent. Das erschien zu hoch, deshalb ist nochmals geprüft worden, wo Kosteneinsparungen möglich sind.

Den größten Posten stellen die Personalkosten dar. Und da diese im ursprünglichen Haushaltsplan zum Vorjahr nahezu eine Steigerung von 15 Prozent – das sind immerhin insgesamt 570 000 Euro – ausmachen, hatte der Finanzausschuss genauer hingeschaut. Die Erklärung: Einen großen Teil dieser Kosten macht die dreiprozentige Tariferhöhung der Mitarbeiter aus. Auch die Personalkosten für die nunmehr hauptamtliche Amtsvorsteherin gehören hierzu. Dennoch schien die Gesamtsumme sehr hoch. Zu hoch für die Gemeinden. Detlef Hönicke, Vorsitzender des Finanzausschusses, fragte rhetorisch, wie man das den Bürgern erklären solle. Denn mit der Fusion steht das Ziel, Kosten einzusparen.

So wurde im Amt kurzfristig nochmals gerechnet. „Mit einem sehr spitzen Stift“, betonte der Amtsleiter der Finanzverwaltung, René Witkowski. Und es fand sich Einsparpotenzial bei den Personalkosten, etwa bei den neu zu besetzenden Stellen. Bei jungen Mitarbeitern seien die Gehälter anfangs geringer als bei älteren Kollegen. Zudem werden nach dem Ausscheiden von Mitarbeitern einige Stellen nicht sofort wieder neu besetzt, diese Monate wurden herausgerechnet.

Mit den neuen vorgelegten Zahlen am Donnerstagabend gehen die Gemeinden nunmehr mit. Wenngleich einige Kommunen für die Amtsumlage erheblich tiefer in die Taschen greifen müssen. Für die Gemeinde Banzkow erhöht sie sich in diesem Jahr um 94 000 Euro, für Plate sogar um 130 000 Euro. Eher moderat fällt die Mehrbelastung für Crivitz aus. Die Stadt muss in diesem Jahr 674 000 Euro Amtsumlage zahlen, im Vorjahr waren es rund 25 000 Euro weniger.

Für fünf Gemeinden aber sinkt die Umlage auch: Barnin, Friedrichsruhe, Tramm, Zapel und Raben Steinfeld. Warum das so ist, erklärt Amtsleiter René Witkowski: Die drei fusionierten Ämter hatten vorher unterschiedliche Amtsumlagen: Im Amt Crivitz betrug sie 21, im Amt Ostufer Schweriner See 17 und im Amt Banzkow 15,5 Prozent. Daher war die Ausgangssituation schon eine ganz andere. Um eine einheitliche Umlage vorlegen zu können, war es naheliegend, dass sich in zwei Ämtern die Kosten erhöhen, im Amt Crivitz hingegen sinken. Und weiter: Als Berechnungsgrundlage für die Umlage werde die jeweilige Steuerkraft einer Kommune zugrunde gelegt, erläuterte Witkowski. Und die sei in den Lewitzgemeinden deutlich gestiegen. Daher müssen diese auch mehr verkraften. Das hatte der Amtsleiter zuvor in mehreren Gemeinden bei der Vorstellung des Haushalts erläutert. Wohl deshalb auch fiel die Diskussion zum Doppelhaushalt am Donnerstag im Amtsausschuss nicht so heftig wie erwartet aus. Bei der Debatte um den Haushalt ging es auch um den Stellenplan, der als Bestandteil des Haushaltsplans ebenfalls bestätigt wurde. In diesem wie im nächsten Jahr werden 72 Mitarbeiter im Amt beschäftigt. Zwei Lehrlinge sollen ausgebildet werden.

Unterm Strich aber wird es in beiden Jahren keinen ausgeglichenen Haushalt geben. Im Finanzhaushalt gibt es für dieses Jahr ein Defizit von 215 000 Euro, im nächsten Jahr von voraussichtlich 58 000 Euro. Dieses Minus soll durch Rücklagen von den drei alten Ämtern ausgeglichen werden. Denn sowohl Crivitz als auch Banzkow und das Ostufer hatten für Altersteilzeitverpflichtungen vorsorglich Geld zurückgelegt. Dieses Geld werde jetzt zum Ausgleich des Haushalts genutzt, erklärt der Amtsleiter.

Mit dem Beschluss vom Donnerstag können nun die Haushalte für die Kommunen des Amtes Crivitz aufgestellt werden. Während einige Gemeinden einen vorläufigen Haushalt hatten, muss er für andere – etwa für Crivitz, Demen Barnin Zapel, Tramm – erst noch erarbeitet werden.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen