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Theaterfreunde helfen : Donnerkasten soll wieder krachen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bürgerstiftung der Theaterfreunde zieht positive Bilanz: Zinsertrag wird dieses Jahr zum Restaurierung historischer Technik eingesetzt

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Die Bürgerstiftung der Theaterfreunde ist dank Zustiftungen auf 328 901,66 Euro angewachsen. Das berichtete Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Jungrichter auf der Stifterversammlung. Im vergangenen Jahr seien Zustiftungen von insgesamt 10 345 Euro eingegangen. „Durch die kontinuierliche Erhöhung des Stiftungskapital können trotz der Niedrigzinsphase Erträge von 7000 Euro ausgeschüttet werden“, sagte Jungrichter. Der Vorstand schlage vor, dieses Geld zur Restaurierung historischer Theatertechnik einzusetzen.

Ganz konkret geht es um einen Donnerkasten und eine Blitzmaschine. Beide seien noch im Original erhalten und von erstaunlichen Ausmaßen, doch durch den Zahn der Zeit kaputt und so nicht mehr einsetzbar, berichtete Matthias Kunze, der stellvertretende Vorsitzende der Theaterfreunde. Die Donnerkiste ist ein zwei mal zwei Meter großer Kupferblech-Resonanzkasten mit Ochsenfellbespannung. Der Blitz-Einschlagsschacht sei 16 Meter hoch, rund 40 Zentimeter im Durchmesser und war einst auf der Hinterbühne installiert. „Blitz- und Donnerkasten wären universell einsetzbar und von allen Sparten nutzbar. Die akustischen Wirkungen könnten im Sinne des Dirigenten oder Regisseurs wie ein Instrument individuell beeinflusst werden“, erläuterte Kunze. „Richard Wagner schrieb sie oft in seine Partituren, im Barbier von Sevilla lässt Gioachino Rossini es heftig krachen und Giuseppe Verdi bevorzugte in seinem Falstaff diese Geräuschmaschine“, zählte Matthias Kunze einige Beispiele aus der Musiklitaratur auf.

Die Stifterversammlung folgte diesem Vorschlag und stimmte zu, ebenso wie dem Rechenschaftsbericht. Nach der Restaurierung der historischen Bühnenorgel, des Glockenspiels und des Schmuckvorhangs wäre dies der nächste Beitrag der Theaterfreunde zur Erhaltung musealer Gegenstände im Theater.

„Die Anstrengungen zur Erhaltung und Restaurierung historischer Objekte, ob im Kleinen wie im Großen, zeigt doch, dass der Welterbe-Gedanke in Schwerin viele Unterstützer hat“, sagte Stiftungsratsvorsitzende Angelika Gramkow. Sie freute sich aber auch darüber, ein neues Mitglied im Stiftungsrat begrüßen zu können: Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss. „Dies ist ein deutliches Signal, dass die ganze Region zum Mecklenburgischen Staatstheater steht“, sagte sie glücklich. Im Stiftungsrat sitzt bereits der Landrat von Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen. „Ich komme noch nicht mit einem Beteiligungsvertrag unseres Landkreises, doch ich möchte gern dieses symbolische Zeichen setzen“, sagte Weiss.

Einmütigkeit der Theaterfreunde gab es auch zum größten Vorhaben 2016: „Das Land hat uns 25 000 Euro für die Bürgerstiftung zugesagt, wenn wir die selbe Summe aufbringen. Das werden wir schaffen“, verkündete Jungrichter kämpferisch. Denn wenn jeder der 1100 Vereinsmitglieder nur 25 Euro spende, wäre das Ziel erreicht.

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