Theater in Schwerin : Don Quijote zieht Freitag ins Feld

Hauptdarsteller Jochen Fahr auf der Bühne am E-Werk
Hauptdarsteller Jochen Fahr auf der Bühne am E-Werk

Mecklenburgisches Staatstheater eröffnet Freiluftsaison mit Schauspiel nach dem Roman von Cervantes im Hof des E-Werks

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15. Juni 2017, 08:00 Uhr

„Restaurante Flor de la Mancha“ prangt in großen Lettern über dem Innenhof des E-Werks am Nordufer des Pfaffenteichs. „Wir wurden schon mehrfach gefragt, ob hier ein Spanier sein Bistro eröffnet hat“, erzählt Jochen Fahr. Der Schauspieler vom Mecklenburgischen Staatstheater war in den vergangenen Wochen fast täglich im besagten „Restaurante“ zu finden, allerdings nicht als Gast. Denn der vermeintlich neue Biergarten ist in Wirklichkeit die Kulisse eines Sommerspektakels. Am Freitag um 20 Uhr hat dort das Schauspiel „Don Quijote de la Mancha“ nach dem berühmten Roman von Cervantes in der Bühnenfassung von Michail Bulgakow Premiere.

„Es wird ein unterhaltsamer Abend“, verspricht Fahr. „Denn es ist eine lustige Geschichte und ein toller Stoff fürs Theater. Uns jedenfalls haben die Proben viel Spaß gemacht“, sagt der Schauspieler, der gemeinsam mit fünf weiteren Kollegen und Statisten das von Katja Wolff inszenierte Stück auf die ziemlich ungewöhnliche Bühne bringen wird. Denn gespielt wird im gesamten Hof des E-Werks, quasi inmitten und rund um einen Biergarten, in dem die Gäste Platz genommen haben.

„Und so wie die 200 Biergarten-Besucher keine wirklichen sind und die Würstchen-Verkäuferin eigentlich einen ganz anderen Beruf hat, ist es auch mit Don Quijote de la Mancha: Er ist in seine eigene fiktive Welt abgetaucht“, erläutert Fahr. Ein Phänomen, das heutzutage fast schon selbstverständlich ist. Denn viele, vor allem junge Menschen, leben tagtäglich in ihrer virtuellen Welt am Computer oder Smartphone.

Und da kommt Theater wieder ins Spiel mit seinem gesellschaftlichen Auftrag: Gefühlt hat auch Don Quijote eine virtuelle Brille auf. Doch spannend ist, wie er damit auf andere Menschen zugeht, sie in seine Fantasiewelt einbezieht, findet Schauspieler Jochen Fahr. „Ist es Flucht aus dem wahren Leben? Ist es Träumerei oder die Suche nach einer Aufgabe? Die Geschichte von Cervantes hat viele Aspekte. Das macht sie für Theater so reizvoll“, sagt der Darsteller des Don Quijote.

Geöffnet ist das „Restaurante Flor de la Mancha“ allerdings nur zwölfmal. Letztmalig wird am 12. Juli gespielt. Karten können Besucher an der Theaterkasse, Telefon 0385/5300123, im Internet unter kasse@mecklenburgisches-staatstheater.de sowie an der Abendkasse jeweils ab 19 Uhr erwerben.

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