Schweriner Außensee : Dobiner wollen Jet-Ski-Verbot

Jet-Ski-Fahrer halten sich kaum an die für sie geltenden Regeln. Sie wollen vor allem schnell fahren.
Jet-Ski-Fahrer halten sich kaum an die für sie geltenden Regeln. Sie wollen vor allem schnell fahren.

Gemeindevertreter und Einwohner vom Außensee lehnen den Vorschlag Schwerins ab, dort eine Strecke für Wassermotorräder einzurichten

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12. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die Wellen schlagen hoch in den Dörfern Retgendorf und Flessenow. Die Schweriner Stadtvertreter haben den Oberbürgermeister beauftragt, sich für die Einrichtung einer Jet-Ski-Strecke auf dem Außensee einzusetzen. Die schon bestehende Wasserski-Strecke am Ostufer des Außensees sei dafür doch geeignet, so die Schweriner Kommunalpolitiker. Diese Idee sorgt in den betroffenen Dörfern für Empörung. „Es ist schon laut durch die Motorboote“, sagte eine Retgendorferin auf der Gemeindevertretersitzung von Dobin am See. „Selbst am Sonntagabend wird noch gerast.“ Und Dieter Schwarz weist darauf hin: „Schon auf dem Weg dorthin werden sie ,heizen’, in Kurven fahren und sich auch auf der restlichen Seenfläche weiterhin über alles hinwegsetzen, was sie als Restriktion stets ignorieren. Erst recht auswärtige Fans aus der Szene, die dann zum High-Speed-Kick auf den Schweriner See streben, werden sich weder um die genauen Abmessungen der Fläche kümmern, noch um die vorgeschriebenen Geradeausfahrt und schon gar nicht die bestehende 25-Kilometer-pro-Stunde-Begrenzung. Auf Binnenseen sind diese Wassermotorräder für Anwohner nicht zumutbar.“

Das Ansinnen der Schweriner bringt auch die Gemeindevertreter in Dobin am See auf die Palme. Sie fassten einstimmig einen Beschluss, mit dem die Jet-Ski-Strecke abgelehnt wird. „Wenn eine solche Rennstrecke etwas Gutes wäre, hätte Schwerin sie selbst eingerichtet“, sagte der amtierende Bürgermeister Carlo Folgmann. „Es ist abwegig, dass die Stadtvertreter der Meinung sind, dass wir dafür geeignet sind. Der Pfaffenteich ist geeignet.“ Er schlug vor, dass Lübstorf unbedingt in Boot geholt wird. Zu dieser Gemeinde gehört die betroffene Fläche des Außensees.

Die von Schwerin ins Gespräch gebrachte Strecke liegt vor dem Diakonieareal am Ostufer. „Das gehört zur Gemeinde Leezen“, sagte Gemeindevertreter Aloys Tacke. „Ob die Leezener ein Interesse haben, die Jet-Ski auf dem See zu verbieten, bezweifle ich.“

Gemeindevertreter Wolfgang Riese wies darauf hin, dass Jet-Ski mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde überall auf dem See fahren dürfen. „Das ist aber nicht kontrollierbar“, so Carlo Folgmann. „Wenn die Jungs sehen, dass die Wasserschutzpolizei anrückt, sind die doch ruckzuck verschwunden.“

Die Dobiner Gemeindevertreter haben neben ihrem Beschluss zur Ablehnung der Jet-Ski-Strecke auch eine Unterschriftenaktion initiiert. „Wir wünschen uns ruhige und naturverbundene Touristen, die angeln, schwimmen, segeln, surfen, rudern oder paddeln“, heißt es im Petitionstext. „Eine Jet-Ski-Strecke würde Fahrer aus ganz Norddeutschland anlocken. Der Außensee würde verlärmen, es ist gefährlich und nicht kontrollierbar.“

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