Facebook-Party im Schweriner Museum : Disko im Museum zieht die Jugend an

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Das Staatliche Museum in Schwerin hatte am Samstag zur ersten Facebook-Party eingeladen. Die Gäste konnten die Ausstellung anschauen – feiern, tanzen, plaudern. Mehr als 100 kamen.

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16. September 2012, 07:05 Uhr

Altstadt | Eine in tiefrotes Licht getauchte Gebäudefassade am Alten Garten, dazu flimmerndes Party-Licht über der Freitreppe und dröhnende Disko-Klänge aus dem Innern des Altehrwürdigen Gemäuers - das Staatliche Museum bot am Sonnabendabend ein radikal verändertes Bild. Der Kunsttempel wollte mit dem aufgepeppten Erscheinungsbild eine andere Klientel als seine üblichen Besucher ansprechen, er veranstaltete seine erste Facebook -Party. Über das soziale Netzwerk im Internet waren vor allem junge Leute eingeladen worden, eine moderne Finissage der Sommerausstellung "Connected by Art - zeitgenössische Kunst aus dem Ostseeraum" zu feiern.

"Die Idee hat prächtig funktioniert", bilanzierte Heidemarie Otto, Pressesprecherin des Staatlichen Museums, zufrieden in der Party-Nacht. Zwar kamen nicht ganz so viele Gäste wie erhofft, aber mehr als 100 waren es allemal. Doch das Besondere des Abends war nicht die Zahl, die den immensen Sicherheitsaufwand gewiss nicht gerechtfertigt hätte, sondern die Klientel an sich. Es waren keine klassischen Museumsgänger, sondern vor allem junge Leute, die im Alltag eher selten den Weg ins Museum nehmen. "Wir wollen mit solchen Aktionen ganz gezielt neue Besuchergruppen erschließen", erläuterte Otto. Und das war gelungen.

"Ich bin über Facebook von einer Freundin eingeladen worden. Da hing auch eine kleine Beschreibung der Ausstellung dran, das hat mich neugierig gemacht", sagte die 20-jährige Anne-Kathrin Litzenberg aus Güstrow. "Es ist eine abwechslungsreiche Ausstellung, sehr interessant und interaktiv. Durch die Musik wird das hier eine runde Sache", kommentierte Christin Sobotta (23) aus Schwerin. "Schön hier," fasste Sebastian Berg seine Eindrücke zusammen. "Es ist nicht nur eine gelungene Ausstellung, mir gefällt auch die ganze Stimmung. Durch die Beschallung erhöht sich die Aufnahmebereitschaft für Kunst", so der 26-jährige Güstrower.

Aber auch Stammgäste des Museums, die es sich auf den extra aufgestellten Liegestühlen vor dem Eingang bequem gemacht hatten, zeigten sich zufrieden mit der innovativen Idee. "Zeitgenössische Kunst ist jung und lebendig - genau wie heute Abend das Museum. Das passt", sagte Kunstwissenschaftlerin Claudia Schönfeld. "Die Stadt kann sich auch über Kunst vernetzen, kann ausstrahlen."

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