Tiere in Schwerin : Direktor hat Herz für Riesenotter

Beeindruckend: Riesenotter zählen zu den größten Raubtieren des lateinamerikanischen Kontinents. Ihr Bestand gilt als gefährdet.
Beeindruckend: Riesenotter zählen zu den größten Raubtieren des lateinamerikanischen Kontinents. Ihr Bestand gilt als gefährdet.

Schweriner Zoo-Chef koordiniert Europäisches Erhaltungszuchtprogramm und leitete jetzt einen Workshop in Kolumbien

23-13214194_23-66107979_1416392498.JPG von
29. Juni 2017, 12:00 Uhr

Wenn sich Direktor Dr. Tim Schikora ein Tier für den Schweriner Zoo wünschen dürfte, müsste er nicht lange überlegen: Ein Riesenotter würde es sein, am besten ein Pärchen. Schikora hat ein Faible für die Raubtiere, die in Südamerika zu Hause sind, koordiniert das Erhaltungszuchtprogramm für Europa. In Kolumbien leitete der Direktor jetzt einen Workshop mit mehr als 30 internationalen Experten. Das Ziel: ein globales Zuchtprogramm zu etablieren.

Das Interesse an den Riesenottern hat Schikora von seiner früheren Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Dortmunder Zoo mit nach Schwerin gebracht. „Riesenotter sind die idealen Zoo-Tiere“, erklärt der Direktor. Sie zu beobachten, sei für Besucher überaus faszinierend. „Allerdings ist die Haltung der Otter auch aufwändig.“ So fühlten sich die Tiere sowohl an Land wie auch im Wasser wohl.

In europäischen Zoos leben derzeit etwa 60 Riesenotter, nur vier Einrichtungen in Deutschland zeigen die Tiere, die ein besonders weiches Fell haben. Als Koordinator des Zuchtprogramms dokumentiert Schikora alle Veränderungen im Bestand, analysiert Verwandtschaftsverhältnisse, kümmert sich um optimale Haltungsbedingungen und genetisch zu einander passende Zuchtpaare.

Mit seinem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm und einer Körperlänge von knapp zwei Metern gilt der Riesenotter als eines der größten Raubtiere des lateinamerikanischen Kontinents. Die genaue Zahl der wild lebenden Tiere sei nicht bekannt, sagt Schikora. „Die Verschmutzung der Gewässer und der Bau von Staudämmen haben jedoch zu einem deutlichen Rückgang der Bestände geführt.“ Der südamerikanische Riesenotter sei deshalb von der Weltnaturschutzunion in die zweithöchsten Gefährdungsstufe eingeordnet wurde, so der Direktor.

Beim Workshop in Kolumbien, zu dem Schikora auf eigene Kosten reiste, ging es unter anderem um Fragen wie Zuchtmanagement, Ernährung, Tierpflege und Wiederauswilderung. „Wir wollen insbesondere die Bedingungen für die Haltung der Riesenotter in Südamerika verbessern“, sagt der Direktor. In einem weiteren Schritt solle dann unter dem Dach des Zooweltverbandes ein weltweites Zuchtprogramm eingerichtet und von Schwerin aus gesteuert werden.

Und wann bekommt der Zoo der Landeshauptstadt nun einen Riesenotter? „Wir konzentrieren uns jetzt erst einmal auf die geplante neue Löwenanlage“, sagt Schikora.


zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen