Videospüiel für Heimbewohner in Schwerin : Digitales Kegelvergnügen

Eine Handbewegung genügt: Monika Marga testet im Vitanas-Centrum in der Pfaffenstraße das Videospiel „Memore“, Um zu kegeln, muss sie keine Kugel in die Hand nehmen.
Eine Handbewegung genügt: Monika Marga testet im Vitanas-Centrum in der Pfaffenstraße das Videospiel „Memore“, Um zu kegeln, muss sie keine Kugel in die Hand nehmen.

Stopp auf der Deutschland-Tour: Hamburger Unternehmen stellte in Schwerin ein Videospiel für Bewohner von Pflegeheimen vor

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18. April 2017, 21:00 Uhr

Monika Marga holt Schwung mit ihrem Arm – und schon rollt die Kugel auf der Kegelbahn. Das Besondere dabei: Die Kegel, die die Schwerinerin anvisiert, stehen nicht auf einer richtigen Bahn. Das Geschehen spielt sich auf einem Monitor ab, der im Gemeinschaftsraum des Vitanas-Seniorenheims in der Pfaffenstraße aufgebaut ist. Und Monika Marga muss auch keine Kugel in die Hand nehmen – die bloße Handbewegung genügt, um dem Computer zu signalisieren, dass sie mitmacht. „Ich habe früher immer gerne gekegelt“, sagt die 68-Jährige. „Schön, dass es jetzt wieder möglich ist.“

„Memore“, so heißt das Videospiel, das die Hamburger Firma „RetroBrain“ entwickelt hat, um Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sportliche Aktivitäten zu ermöglichen – auf virtuelle Weise. „Das Spiel ,Memore‘ reagiert auf die Bewegungen der Spieler, man braucht kein Steuerelement“, erklärt Kundenberaterin Katharina Claes. Egal, ob im Sitzen oder Stehen – alle könnten das neue Videospiel ausprobieren.

So kann auch Monika Marga, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist, mühelos am fröhlichen Kegelnachmittag im Vitanas-Centrum teilnehmen. Und nicht nur das: Die Schwerinerin hat auch ihren Spaß bei einer kleinen Motorrad-Ausfahrt, die ihr „Memore“ unter anderem ebenfalls ermöglicht. Auf dem Monitor zieht eine bayrische Landschaft vorbei, Schloss Neuschwanstein liegt an der Strecke. Um durch die Kurven zu fahren, braucht Monika Marga keinen Lenker, sie lehnt sich in ihrem Rollstuhl einfach nach links oder nach rechts. „Ein tolles Erlebnis“, schwärmt die Seniorin.

Nicht nur die Bewohner des Heims im ehemaligen „Casino“ in der Pfaffenstraße sind begeistert. Auch Centrums-Leiter Clemens Grosse ist vom Videospiel angetan. „Mit dem Spiel wollen wir unseren Bewohnern mal eine neue Form der Freizeitgestaltung zum Ausprobieren bieten“, sagt Grosse. Viele Senioren im Heim hätten schon Erfahrungen mit Computern, gingen ganz selbstverständlich mit der Technik um. „Darauf müssen auch wir unsere Angebote ausrichten“, so der Leiter.

Durch „Memore“ würden die kognitiven und motorischen Fähigkeiten der Teilnehmer trainiert, betont Katharina Claes. Auch für Demenzerkrankte sei das Spiel geeignet. Neben den therapeutischen Effekten sollen die Senioren vor allem Spaß an den digitalen Erlebnissen haben, so die Beraterin. Grafik und Musik von „Memore“ würden bei den Senioren bewusst Erinnerungen an ihre Jugend hervorrufen.

Um das Videospiel in Alten- und Pflegeheimen vorzustellen, sind Claes und ihr Team bereits durch ganz Deutschland getourt. Im Vitanas-Heim wird „Memore“ nun mehrere Wochen zur Probe bleiben. Und gewiss steigt auch Monika Marga noch einmal aufs digitale Motorrad.

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