Konservatorium : Diese Schule spielt die erste Geige

Jazz vor Traumkulisse: Junge Ensembles wie „Chamäleon“ vom Schweriner Konservatorium begeisterten die Zuschauer beim Wandelkonzert im Burggarten.
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Jazz vor Traumkulisse: Junge Ensembles wie „Chamäleon“ vom Schweriner Konservatorium begeisterten die Zuschauer beim Wandelkonzert im Burggarten.

Konservatorium setzt als städtisches Haus auf Breitenarbeit und Spitzenförderung und bereichert das städtische Kulturleben

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01. Juli 2015, 16:00 Uhr

Die Landeshauptstadt muss sparen und will das auch im Bereich der Musikschulen. Doch wo kann gekürzt werden? SVZ stellt das Profil der drei in Schwerin tätigen Musikschulen vor. Heute: das Konservatorium.

Die kommunale Musikschule „Johann Friedrich Hertel“ ist die größte in der Stadt, hat mehr als 1500 Schüler, eine lange Tradition und leistet mit hunderten Auftritten und diversen Großveranstaltungen einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Leben in Schwerin. Mit Spitzenleistungen bei „Jugend musiziert“, dem Festival „Verfemte Musik“ und internationalen Projekten macht das Konservatorium bundesweit Werbung für Schwerin. Dieses breite Angebot ermöglichen 16 fest angestellte Lehrer und 52 Honorarkräfte. Die Stadt gibt 530 000 Euro jährlich für ihre eigene Musikschule aus.

„Wir sorgen für ein Grundangebot an musischer Erziehung in Schwerin, bieten Unterricht an mehr als 30 Instrumenten sowie in Gesang, Komposition und verschiedenen Facetten musikalischer Früherziehung an. Wir haben 40 Ensembles und tragen gemeinsam mit Ataraxia das Jugendsinfonieorchester“, beschreibt Direktor Volker Ahmels den Grundstock des Profils. Hinzu komme die aufsuchende Arbeit vor Ort in zahlreichen Schulen in Schwerin und Umgebung, um auch Kindern aus musikfernen Schichten den Zugang zu Kultur zu ermöglichen. Zudem werden werden mehr als 190 Menschen mit Behinderungen am Konservatorium unterrichtet. „Bei uns kann jeder lernen, wir haben für alle ein Ohr. Und bei finanziellen Engpässen helfen unser Förderkreis und private Sponsoren den Schülern“, versichert Ahmels. Außerdem erfülle das Konservatorium eine Leuchtturmfunktion. Jüngstes Beispiel sei das Abschneiden beim Bundesfinale von Jugend musiziert. Sechs Schüler des Konservatoriums gewannen erste Preise, aus ganz Hamburg waren es nur zwei. „Dank unserer Spitzenförderung in der studienvorbereitenden Abteilung konnten bislang schon 100 Schüler die Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen bestehen“, ergänzt der Direktor. „Darüber hinaus können wir Themen setzten wie die Beschäftigung mit verfemter Musik und dem Holocaust, Veranstaltungsreihen anbieten wie die ,Kon-Takte‘ und mit mehr als 400 Auftritten unserer Schüler alljährlich das Leben in Schwerin bereichern.“

Diese Vielzahl von Angeboten hat allerdings auch ihren Preis. „Das geht nur mit fest angestellten Lehrern“, betont Ahmels. „Leider mussten wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten durch die Sparzwänge schon 27 Stellen abbauen. Daraus resultierende Defizite sind beispielsweise im Bläserbereich erkennbar.“ Der Konservatoriumsdirektor verweist zudem darauf, dass Schwerins kommunale Musikschule mit einem Kostendeckungsgrad von 41 Prozent um sieben Prozent über dem Landesdurchschnitt liege, der Vergleich mit Rostock falle noch deutlicher aus. Effizienz, Qualität und Breitenwirkung manifestiere sich im Gütesiegel des Verbandes Deuscher Musikschulen.

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