Crivitz : Diese Glocke hängt am Geld

Einer derEntwürfe zeigt die überdachte Friedensglocke auf dem Rondell des ehemaligen Gasometers. Auf dem Platz sind auch eine Kleinkunstbühne und eine Feuerstelle geplant.  Zeichnung: Albers
Einer derEntwürfe zeigt die überdachte Friedensglocke auf dem Rondell des ehemaligen Gasometers. Auf dem Platz sind auch eine Kleinkunstbühne und eine Feuerstelle geplant. Zeichnung: Albers

Helmuth Schröders Idee für eine Friedensglocke auf dem Gasberg kommt gut an – vielen scheint sie aber zu teuer

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15. März 2018, 08:00 Uhr

Eine Friedensglocke für Crivitz. Seit Helmuth Schröder vor der Friedensglocke im neuseeländischen Auckland stand, geht ihm diese Idee nicht mehr aus dem Kopf. Zurück in Mecklenburg recherchierte der 66-Jährige im Internet. Er fand Fotos von Friedensglocken in Dessau, in Frankfurt/Oder, in Heidelberg und Berlin. Alles Städte, die zu „Majors for Peace“ gehören, einer weltweiten Friedensorganisation, die an den Atombombenabwurf in Hiroshima erinnert. Auch Crivitz ist eine dieser Städte. Vor 13 Jahren hatte der damalige Bürgermeister Ulrich Güßmann das Abkommen unterzeichnet. Seitdem beschränke sich die Mitgliedschaft von Crivitz bei „Majors for Peace“ auf zwei jährliche Treffen aller Bürgermeister. „Außerdem wird einmal im Jahr, am Tag des Atombombenabwurfes, in der Stadt die grüne Friedensfahne gehisst“, erzählt Güßmann.

Mit der Friedensglocke nun würde Crivitz als erste Major-for-Peace-Kommune in Mecklenburg-Vorpommern eine eigene Gedenkstätte bekommen. Wie sie aussehen könnte, zeigt ein Entwurf des Architekten Frank Albers. Die Glocke steht hier in einem stählernen Pavillon auf dem Rondell des alten Gasometers. „Der Standort ist wie gemacht dafür“, sagt Frank Albers. Er hat die Entwurfsplanung spendiert. „Weil ich dahinter stehe und die Idee für gut und richtig halte“, sagt er.

Auch Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm gefällt die Idee. Sie hatte die Entwürfe auf dem Jahresempfang der Stadt erstmals öffentlich präsentiert und ein großes Raunen im Publikum in Kauf nehmen müssen, als sie die Kosten erwähnte: 80 000 Euro. „Wir haben natürlich drängendere Probleme in der Stadt“, sagte sie. Kita, Schule, Gehwege... das alles habe Priorität. Die Idee von Helmuth Schröder verstehe sie eher als „Anregung für die Gestaltung des Gasbergs in den kommenden Jahren“.

Helmuth Schröder dagegen hat die Hoffnung auf eine zügige Umsetzung noch nicht aufgegeben. Denn der Landkreis habe signalisiert, das Projekt, zu dem neben der Friedensglocke eine Kleinkunstbühne und eine Feuerstelle gehört, mit Geld aus dem Leader-Raumentwicklungsprogramm zu fördern. „Damit würde der Eigenanteil der Stadt auf 25 000 Euro schrumpfen.“ Helmuth Schröder überlegt, einen Spendenaufruf zu starten. Die Resonanz darauf würde zeigen, wie wichtig den Einwohnern das Projekt ist. Für den zweiten stellvertretenden Bürgermeister steht fest: „Die Idee wird nur Wirklichkeit, wenn die Crivitzer das auch wollen.“

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