Amt Crivitz : Dienstbare Geister auf dem Dorf

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Dörfer des Amtes Crivitz beschäftigen insgesamt 42 Gemeindearbeiter. Demen leistet sich zwei, um im Haushaltssäckel Geld zu sparen

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16. Mai 2018, 21:00 Uhr

Sie sind die dienstbaren Geister auf dem Dorf – die Rede ist von den Gemeindearbeitern. Laut Carmen Krooß, Leiterin des Wirtschaftsamtes in Crivitz, leisten sich die amtsangehörigen 17 Orte 42 dieser fleißigen Frauen und Männer.

„Wir können uns die beiden Gemeindearbeiter nur leisten, weil wir einen ausgeglichen Haushalt, keine Schulden sowie Rücklagen von etwa 1,1 Millionen Euro haben“, verkündet Bürgermeisterin Heidrun Sprenger stolz. Die 53-Jährige hält die kommunalen Zügel der Gemeinde Demen bereits seit 1990 fest in ihren Händen. Mit Erfolg, wie es scheint, auch wenn vieles über die Jahre aus dem Ortsbild verschwunden sei.

„Die Schule ist weg, die Kaufhalle wurde vor sieben Jahren dicht gemacht und Friseur und Zahnarzt gibt es auch nicht mehr. Wir müssen mehr machen, damit auch junge Leute die Orte Demen, Buerbeck, Kobande und Venzkow lebenswert finden.“ Vor zwei Jahren sei mit ganz viel Eigeninitiative ein Laden für Waren des täglichen Bedarfs mit angegliedertem Café eingerichtet und durch die Kommune verpachtet worden. „Er führt das Allernötigste, damit sich auch weniger mobile Senioren eindecken können.“

Dass die Gemeinde flächenmäßig mit zu den größten im Amt Crivitz gehört, bereitet der Gemeinde-Chefin nur selten Kopfschmerzen. „Wir haben viele Wege zu unterhalten. Unsere Gemeindearbeiter haben deshalb auch gut zu tun. Im Übrigen zahlen wir über Tarif.“ Eine Tatsache, die bei Uwe Hinz besonders gut ankommt. Der 55-Jährige ist seit acht Jahren als Gemeindearbeiter voll beschäftigt. Für 40 Stunden die Woche. Dass die Gemeinde 2017 neue Technik angeschafft hat, macht dem Demener Freude. „Wir haben einen Traktor mit Schiebeschild für den Winterdienst. Früher wurden die Leistungen vergeben, heute machen wir das selbst“, erklärt Hinz, der 30 Jahre bei der LPG gearbeitet hatte und den neuen Job von seinem Vorgänger Reinhard Trensinger übernahm. Der war in Rente gegangen. „Also habe ich mich beworben. Da ich seit 1981 Mitglied in der Feuerwehr und gleichzeitig Gerätewart bin, bekam ich den Job“, erinnert sich Hinz. Und lobt den guten Draht zu seiner Bürgermeisterin, die quasi seine Dienstherrin ist. „Wir begegnen uns auf Augenhöhe, die Kommunikation stimmt“, versichert Heidrun Sprenger, die einst aus Leipzig in den Norden übersiedelte. Heute kümmert sich die Ehrenamtliche um die Belange von 830 Einwohnern in der Gemeinde, die aus Demen zählen etwa 600. Dafür gehe viel Freizeit drauf, täglich ein bis zwei Stunden, die das Amt beanspruche. „Ich wohne jetzt seit 30 Jahren in Demen und ich lebe gern hier“, bekennt die Bürgermeisterin, die ebenso erwähnt, dass „ihre Jungs“ auch für die Baumkontrolle zuständig sind. Dafür habe Detlef Pekrul, der für 30 Stunden angestellt ist, einen Kurs belegt.

„Zweimal im Jahr ist eine Baumkontrolle vorgeschrieben. Die kostet viel Geld, wenn man sich dazu einer Fremdfirma bedient. Pekrul ist im Amt der einzige Experte, der diese Qualifikation hat, denn wir wollen künftig so viel wie möglich alleine machen, um Geld zu sparen.“ Dass ihre Männer für die Alte Dorfschule als Mehrgenerationenhaus, die Turnhalle und das Kita-Gebäude zuständig sind, lässt Heidrun Sprenger auch nicht unerwähnt.

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