Einblicke : Die Welt der Steine zum Anfassen

Einen gebänderten Feuerstein hält Reinhard Braasch in den Händen. Seit 2004 zeigt er mehrere tausend Steine, Fossilien und Mineralien im kleinen Geologischen Museum.  Fotos: Hans Taken
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Einen gebänderten Feuerstein hält Reinhard Braasch in den Händen. Seit 2004 zeigt er mehrere tausend Steine, Fossilien und Mineralien im kleinen Geologischen Museum. Fotos: Hans Taken

Ziehen, drücken, schieben, blättern: Im Geologischen Museum Raben Steinfeld gibt es bald auch interaktive Stationen

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21. Januar 2016, 16:00 Uhr

In die kleine Welt der Steine im Geologischen Museum Raben Steinfeld kommt bald Bewegung. Eine neue Ausstellung ist in Arbeit, bei der die Besucher nicht nur schauen, sondern auch mitmachen können.

Wer die gläserne Eingangstür hinter sich zugezogen hat, der steht in einer kleinen Welt von glitzernden Mineralien, prächtigen Fossilien und glänzenden Steinen. Das ist die Welt von Reinhard Braasch. Früher standen hier ein Auto in der Garage und nebenan im Keller all solche Sachen, die halt gerne in Kellern verstaut werden, weil sie selten oder gar nicht benutzt werden. Aus der Garage wurde vor 14 Jahren eine Naturstein-Galerie, aus den Kellerräumen das Geologische Museum in der Ringstraße 11. Hier wird nichts mehr verstaut, hier wird präsentiert. „Hier gibt es Kuchen, die man nicht essen kann und Igel, die nicht stechen“, sagt Reinhard Braasch. Fast alles, was hier in Vitrinen hinter Glas steht, was auf Ablagen oder dem Boden steht und mit künstlichem Licht in Szene gesetzt wurde, hat er selber gesucht, gefunden und zum Teil bearbeitet. Die Fundstücke stammen fast alle aus der Region und sind Zeitzeugen der Erdgeschichte Mecklenburgs. Manche sind 26 Millionen Jahre alt, andere 600 Millionen. Kambrium, Jura, Kreide – Funde aus vielen Epochen der Erdgeschichte liegen hier aus. „Die Spuren der Eiszeit, das, was in der Region an Erdgeschichte unter unseren Füßen liegt, wird hier einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt“, sagt der 68-jährige Rentner.

Die vielen kleinen und großen Exponate anzuschauen und die geologischen Sachverhalte anhand von Schautafeln zu erläutern, das ist die eine Sache. Sie spielerisch zu vermitteln, die andere. Und genau das soll bald auf den 105 Quadratmetern Ausstellungsfläche möglich sein. Fünf interaktive Stationen werden in die Ausstellung eingebaut. „Wie wird ein Lebewesen zu Stein  ? Wie sah Mecklenburg in der Urzeit aus  ? Wie entstehen die Gesteine und was wird aus ihnen  ? Diese und andere Fragen sollen beantwortet werden, in dem an den Modellen gezogen und gedrückt, geschoben und geblättert wird. Dass das geht, dafür zeigt sich die Studentin Daniela Scharffenberg verantwortlich. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Hochschule Wismar, Fakultät Gestaltung, Studiengang Kommunikationsdesign und Medien, installiert sie die Informationsstationen in Form von Modellen für das Geologische Museum Raben Steinfeld. „So können die Besucher auf eine interessante Art und Weise selbst anhand der Modelle den Ablauf der geologischen Entwicklung von den ersten Fossilienspuren bis zum Sternberger Gestein aus Mecklenburg Vorpommern erfahren und verstehen“, freut sich Reinhard Braasch. Ab Mitte März sind die Mitmach-Modelle zu sehen – und zu benutzen. Da die Hauptsaison mit festen Öffnungszeiten erst im Juni beginnt, sind Termine derzeit nur telefonisch unter 0174/4382359 oder per eMail unter info@geologisches-museum.de vereinbar. 400 bis 500 Besucher kommen jährlich ins Museum. Manche bringen ihre Funde mit, um sie bestimmen zu lassen.

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