zur Navigation springen

Schweriner Spielplätze : Die Wächter der Spielplätze

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Alle Geräte, Sandflächen, Mülleimer und Hecken werden einmal pro Woche kontrolliert und sauber gemacht: SVZ ging mit auf Tour

von
erstellt am 24.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Nur einmal im Jahr gibt es die große Hauptuntersuchung, aber wer glaubt, dass die Schweriner Spielplätze ansonsten in Ruhe gelassen werden, der irrt gewaltig. Jeder der rund 80 Plätze, die die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen betreuen, wird einmal die Woche genau unter die Lupe genommen. Rund 135 000 Euro gibt die Stadt jährlich für Instandhaltungsarbeiten aus. Investitionen in neue Geräte kommen hinzu, ebenso wie vier Personalstellen und zwei mit Werkzeug, Prüfgeräten und Mülltonne ausgerüstete Wagen, die täglich auf Tour gehen. Sind die Seile stabil, gibt es Splitterstellen am Holz, ist der Untergrund in Ordnung? SVZ begleitete Ralf Frauendorf auf einer Inspizienten-Fahrt durch die Stadt und lernte einen Job kennen, bei dem handwerkliches Können genauso gefragt ist wie ein scharfes Auge und pädagogisches Fingerspitzengefühl.

Auf dem Spielplatz am Tappenhagen, hinter dem Theater, sieht alles pikobello aus. „Wenn die Tage kalt und stürmisch sind, dann werden auch die Spielplätze kaum benutzt“, sagt Ralf Frauendorf. Die Mülleimer hier sind schnell geleert, auf dem Boden und in den Büschen liegt kaum etwas. Einmal Bodentrampolin springen – funktioniert und macht Spaß. Einmal über das Klettergerät laufen – hält gut. Einmal an den Pfosten rütteln – stehen fest. Einmal ordentlich aufs Holz klopfen – massiv, auch wenn es von außen ein bisschen mitgenommen aussieht. Dann trägt Frauendorf in einen Ordner ein, was er geprüft, gefunden, eventuell zu beanstanden hat. Und weiter gehts. 40 Spielplätze im Schweriner Norden gehören zu seinem Revier. Begleitet wird er dabei von Heiko Otto. Von Montag bis Mittwoch fahren sie jeden Spielplatz einmal an, am Donnerstag und Freitag besuchen sie beliebtere Plätze ein zweites Mal und nehmen nötige Reparaturen vor.

Auf den folgenden Plätzen ist mehr zu finden: leere Chipstüten, Jägermeister-Fläschchen, Kartons. Etwa eine klassische Hausmülltonne füllt sich damit täglich, im Sommer sind es zwei. An manchen Stellen gräbt Frauendorf den Kies nochmal um, damit keine Löcher oder Stolperhügel entstehen. Seit 1999 gehört er zum mobilen Spielplatz-Team. „Wir haben schon alles gefunden“, sagt er lächelnd: vom abgebrannten Auto über Fahrräder, Reifen, Socken, Schlüssel, Ausweispapiere bis hin zu „Hygieneartikeln“. „Spritzen finden wir glücklicherweise so gut wie gar nicht“, sagt Frauendorf. Mehr Sorgen machen ihm einige Hunde. Die schnappen offensichtlich gerne nach weichen Schaukelbrettern. An vielen Sitzen gibt es Bissspuren, selbst an den neuen Geräten in der Rosa-Luxemburg-Straße.

Wenn Ralf Frauendorf während seiner Inspektion auf Kita-Kinder trifft, dauere es meist ein bisschen länger, erzählt er, als er ein Kleinkindgerät am Großen Moor anschaut. Und schon passierts: Eine Gruppe aus der Rappelkiste kommt und hat viele Fragen. Frauendorf stellt sein Arbeitsgerät beiseite, bückt sich und antwortet geduldig. Dann schenkt er den Kindern eine bunte Karte, auf der alle Spielplätze Schwerins verzeichnet sind. Davon hat er immer mehrere im Wagen. Die Kleinen überlegen gleich, wohin sie als nächstes gehen. Ralf Frauendorf kann weiterarbeiten. Um 15.30 Uhr ist der Dienst vorbei. Frauendorf ist gespannt, wie die Plätze morgen aussehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen