Mit Herz und Hand : Die Strick-Oma von Grevenhagen

Eins rechts, ein links  – Trudi Zink ist die „Strick-Socken-Oma“ von Grevenhagen.
Eins rechts, ein links – Trudi Zink ist die „Strick-Socken-Oma“ von Grevenhagen.

Schon als Kind lernte Trudi Zink aus einem Faden schöne Dinge zu zaubern – Socken sind bis heute ihre große Leidenschaft

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18. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Bei Trudi Zink aus Grevenhagen klappern fast täglich die Stricknadeln. Die 1932 in Ostpreußen geborene Rentnerin lernte schon als Kind, wie Socken gestrickt werden. Zum einen aus der Not heraus – damals, nach dem 2. Weltkrieg gab es nicht viel zu kaufen. Zum anderen, weil sie als junge Frau dafür sorgte, dass die Füße ihrer vier Kinder nicht frieren. Das Sockenstricken ist bis heute ein ständiger Begleiter in ihrem Leben.

Ob Babysocken oder warme Strümpfe für den Herrn, ihr macht so schnell niemand etwas vor. Mit ihren geschickten Händen verfeinert sie ihre zumeist bunten Socken mit grazilen Mustern. Besonders das komplizierte Ausarbeiten der Hacken gelingt ihr so perfekt, so dass nichts zwickt und drückt.

Jetzt zur Weihnachtszeit hat sie besonders viel zu tun. Da sind neun Enkelkinder und fünf Urenkel, die sich über Selbstgestricktes freuen. Aber auch als kleines Mitbringsel für Freunde oder für den Basar des Handarbeitszirkels des Alt Metelner Heimatvereins strickt Trudi Zink unermüdlich Socken.

Stress sei es nicht. Beim Stricken finde sie Entspannung und Ruhe. Warme Füße und Freude zu schenken, liegt ihr am Herzen. Zumal Stricksocken wieder im Trend liegen. Zum Stricken verwendet sie spezielle Sockenwolle. Die sei besonders belastbar.

Die gelernte Köchin liebt es im Kreis ihrer Freundinnen zu stricken. Sie ist seit 1994 Mitglied des Alt Metelner „Häkelbüdelklubs“, der alle zwei Wochen im Traditionszimmer des Gemeindehauses zusammen kommt. Dort trifft sie nicht nur Frauen aus der Gemeinde, sondern auch aus benachbarten Orten.

Heute muss sie nicht mehr unbedingt Socken stricken, weil diese Mangelware sind. Heute spielt bei ihr der Spaßfaktor eine große Rolle. „Im Klub sitzen wir gemütlich zusammen, klönen und trinken Kaffee“, erzählt Trudi Zink. Und so ganz nebenbei fertigen die fleißigen Frauen ihre individuellen und schönen Handarbeiten an. Erfahrungsaustausch ist dabei selbstverständlich und jede von ihnen ist stolz, wenn ihre Arbeiten gelobt werden.

Nach der Wende war Trude Zink maßgeblich daran beteiligt, für ein Handarbeitsgeschäft in der Schweriner Schmiedestraße eine bunt gestreifte Riesensocke zu stricken. Der Besitzer des Geschäfts stellte diese Dekoration lange Zeit vor dem Ladeneingang aus.

„Mittlerweile geht das Stricken nicht mehr ganz so gut mit den Händen“, bedauert Trudi Zink. Umso lieber erinnert sie sich an die Zeiten, in denen sie selbst die Puppen ihrer Kinder und Enkelkinder bestrickte. Aber auch die Kinder selbst wurden von oben bis unten mit Strick-Sachen eingekleidet.

Das Sockenstricken ist ihr geblieben. So dass sie immer einen Vorrat für die Familie hat. Und Selbstgemachtes sei für sie immer noch am schönsten.

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