Musik verbindet : Die Streicher von Crivitz

In halber Besetzung: Da in der Regionalschule Crivitz gerade Weihnachtsgeschenke gebastelt wurden, waren nicht alle Streicher bei der letzten Probe des Jahres dabei. Geleitet wird die Streicherklasse von Musiklehrerin Petra Meseck (hinten Mitte), Kathrin Vogler-Georgi und Hartmuth Juch von der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin.
In halber Besetzung: Da in der Regionalschule Crivitz gerade Weihnachtsgeschenke gebastelt wurden, waren nicht alle Streicher bei der letzten Probe des Jahres dabei. Geleitet wird die Streicherklasse von Musiklehrerin Petra Meseck (hinten Mitte), Kathrin Vogler-Georgi und Hartmuth Juch von der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin.

Unter professioneller Anleitung lernen Regionalschüler seit sieben Jahren das Violine- und Cello-Spiel

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17. Dezember 2014, 20:45 Uhr

Wenn Peter dienstags zur Schule geht, dann ist er schwer bepackt. Den Ranzen hat er dabei, klar. Und eine große Tasche, in die das passt, was er für die Unterrichtsstunden sieben und acht braucht: ein großes Musikinstrument. Peter, der zwölfjährige Sechstklässler der Regionalen Schule Crivitz, macht nämlich das, was nicht so viele Jungen in seinem Alter machen. Er spielt Cello. „Ich mag den Klang dieses Instruments“, sagt der Junge aus Zapel-Hof und baut dann einen Notenständer auf. Heute wird wieder geübt. Ein neues Stück. Ein Boogie-Woogie-Stück. Das will er lernen, gemeinsam mit den derzeit anderen elf jungen Musikern der Streicherklasse. Aber viel Zeit bis zum nächsten Auftritt bleibt nicht. Am 17. Januar, wenn die Bürgermeisterin der Stadt zum Neujahrsempfang einlädt, will die Streicherklasse wieder zeigen, was sie so alles kann.

Auftritte in der Kirche, bei einer Rentnerfeier und beim Tag der offenen Tür in der Schule – die jungen Musiker hatten in den vergangenen Wochen wieder viele Möglichkeiten, das Erlernte zu zeigen. „Und wenn sie spielen, dann bekomme ich Gänsehaut“, sagt Dr. Egbert Dähn. Der Schulleiter freut sich, dass sich neben dem Schulchor dieses Projekt an seiner Schule so gut etabliert hat. Vor allem Musiklehrerin Petra Meseck hat dafür gesorgt hat, dass die Regionalschule so ein musikalisches Aushängeschild bekommen hat. „Sie leistet ganz hervorragende Arbeit“, lobt Dähn.

Emma ist schon seit zweieinhalb Jahren bei den Streichern dabei. Ein Kinderfilm über Mozart hat sie inspiriert, Violine zu spielen. „Es klappt schon ganz gut“, sagt die Siebtklässlerin und erzählt, dass sie der Großmutter auch Zuhause schon mal ein Geburtstagsständchen gespielt hat. Maßgeblichen Anteil daran, dass sie der Geige Melodien entlocken kann, hat Hartmuth Juch. Juch ist Mitglied der Mecklenburgischen Staatskapelle und hilft den Schülern gemeinsam mit seiner Kollegin und Cellistin Kathrin Vogler-Georgi, dass die Gruppe Auftritte einstudiert.

Der Kontakt zwischen Schule und den Musik-Profis wurde schon vor elf Jahren hergestellt, das Projekt Streicherklasse dann im Jahr 2007 mit einer Anschubfinanzierung von der Zeitstiftung ins Leben gerufen. „Die Schüler bekommen ein Gefühl fürs Instrument, ihre Konzentration wird gefördert und das Gehör ausgebildet“, zählt Juch nur einige der Vorteile auf, die das Musizieren mit sich bringt. „Und es stärkt zudem das Zusammengehörigkeitsgefühl, dient der Persönlichkeitsentwicklung“, ergänzt Dr. Egbert Dähn. Erfolgserlebnisse sowie Anerkennung, so der Schulleiter, die kämen noch dazu.

Die Probe ist im vollen Gange, auch wenn diesmal nur die Hälfte der Aktiven dabei ist. Weihnachtsbasteln findet an diesem Tag parallel statt, da machen die anderen mit. Jetzt wird der Boogie-Woogie-Song einstudiert. Erst langsam, dann erhöht sich die Taktzahl. Peter, der wie alle anderen aus der Streicherklasse auch, erst in der Schule zum ersten Mal ein Streichinstrument gespielt hat, hat eine einfachere Variante des Liedes schon gelernt. Jetzt kommt die Steigerung. Das Zusammenspiel passt schon gut. Zuhause will Peter weiter üben. Gitarre spielt er auch. Und er macht auch das, was viele andere Jungen in seinem Alter machen: Er hört gerne Rockmusik.

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