Bürgerforum in Schwerin : Die Sorgen der Stern Buchholzer

Auf dem Bürgerforum in der Sporthalle der ehemaligen Kaserne trugen Anwohner ihre Fragen vor. Mehr als 300 Interessenten waren gekommen.
Auf dem Bürgerforum in der Sporthalle der ehemaligen Kaserne trugen Anwohner ihre Fragen vor. Mehr als 300 Interessenten waren gekommen.

Sicherheit, Nahverkehr, Beleuchtung: Vor Eröffnung der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge im Juni sind noch viele Fragen zu beantworten

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09. April 2015, 08:00 Uhr

Einen Tag nach der Informationsveranstaltung zur geplanten Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge auf dem ehemaligen Kasernengelände in Stern Buchholz hat der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Andreas Katz, deutliche Kritik an den Verantwortlichen geübt: „Die Veranstaltung wirkte schlecht vorbereitet, war dilettantisch ausgestattet und kam viel zu spät.“

So mussten sich Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) heftige Vorwürfe auch von den Anwohnern in Stern Buchholz anhören. Monatelang seien die Bürger hingehalten worden, hätten keine Informationen bekommen, hieß es. Er habe vor mehreren Wochen einen Brief mit konkreten Fragen und Vorschlägen an den Innenminister geschrieben und erst jetzt eine überaus dürftige Antwort erhalten, berichtete ein Mann.

Am 1. Juni, so erfuhren die Zuhörer bei der Informationsveranstaltung, sollen die ersten 300 Flüchtlinge und Asylbewerber eintreffen, später weitere 150, denn ausgelegt ist die Schweriner Außenstelle der zentralen Anlaufstelle des Landes in Horst ist für eine Gesamtkapazität von 450 Menschen. Untergebracht werden sie in zwei Wohnblöcken. Die Betreuung wird von den Maltesern übernommen. Nur wenige Wochen werden die Asylbewerber in der Erstaufnahmestelle bleiben, wo sie medizinisch erstversorgt werden, ihre Anträge stellen und erste Sprachkurse bekommen.

„Wir haben nichts gegen die Asylbewerber. Wir haben aber Angst vor Demonstrationen und Randale“, sagte ein Stern Buchholzer offenbar stellvertretend für viele Anwohner. Wer sorgt für die Sicherheit? Wie ist es um die Straßenbeleuchtung bestellt? Wie oft fährt künftig der Bus nach Stern Buchholz? Diese und andere Fragen beschäftigen die Bürger.

In Schwerin gäbe es viele Beispiele für ein friedliches Miteinander von Zuwandern und Einheimischen, betonte Oberbürgermeisterin Gramkow. Mehr als 4300 Menschen mit Migrationshintergrund leben nach ihren Angaben derzeit in der Landeshauptstadt, darunter 173 Asylbewerber, die dezentral in 46 Wohnungen untergebracht sind. „Wenn es wirklich Probleme in Stern Buchholz geben sollte, stehen Sie nicht allein“, versicherte Gramkow den Bürgern. Als Ansprechpartner stehe das Beschwerdemanagement der Stadt zur Verfügung.

Innenminister Caffier ermunterte die Stern Buchholzer, aus ihren Reihen eine Art Kontaktgruppe zu bilden, die regelmäßig mit den Verantwortlichen für die Außenstelle in Verbindung trete. Und auch Ministerpräsident Sellering will verlorenen gegangenes Vertrauen wieder aufbauen, bot den Bürgern seine Hilfe an. „Wenn Sie nicht weiterkommen, wenden Sie sich unter der Telefonnummer 5881000 direkt an mich.“

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