zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 17:02 Uhr

Schweriner Senioren : Die Sorge um die Sicherheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Festwoche 20 Jahre Haus der Begegnung eröffnet: Podiumsdiskussion über Schutz vor Gewalt und Betrug interessierte Senioren

von
erstellt am 09.Mai.2016 | 23:48 Uhr

„Am Tage fühle ich mich schon sicher in Schwerin. Aber wenn es dunkel ist, traue ich mich nicht mehr vor die Tür. Da fahre ich auch nicht mehr mit der Straßenbahn“, fasste es eine Seniorin gestern während der Gesprächsrunde zum Thema Sicherheit im Haus der Begegnung zusammen. Und sie bekam viel Kopfnicken als Zustimmung. Eine andere Besucherin beklagte, dass die Ausländer, die ins Mietshaus mit eingezogen seien, kein Deutsch sprächen und zudem immer die Haustür unverschlossen ließen.

Otmar Kunau vom Seniorenbeirat zog das Fazit: „Die gefühlte Sicherheit hat nachgelassen.“ Und er lieferte gleich einen Grund: „Die Respektsperson Polizist gibt es nicht mehr.“ Das traf bei den Senioren auf Zustimmung und auf zum Teil radikale Forderungen nach härteren Strafen für Kleinkriminelle und auch für Minderjährige.

Dabei hatte Steffen Salow von der Schweriner Polizei anhand von Zahlen und Fakten zu Beginn der Podiumsdiskussion deutlich gemacht: „Wir haben aus kriminalpolizeilicher Sicht in Schwerin kein Drama. Hier ist es nicht Besorgnis erregend.“ Insgesamt 9650 Straftaten und 3429 Verkehrsunfälle habe die Polizei im vergangenen Jahr in der Landeshauptstadt aufgenommen. Zugeben musste er allerdings auch, dass immer öfter auch Polizisten Widerstand erlebten. 253 registrierte Fälle habe es 2015 gegeben.

Bei den Straftaten durch Nichtdeutsche hätten nicht etwa Flüchtlinge aus Syrien oder dem Irak für einen Anstieg gesorgt, betonte Salow. „Wenn die Zahl der Bewohner steigt, nimmt auch die Zahl der Straftaten zu. Das hat aber nichts mit dem Herkunftsland zu tun“, so der Polizeisprecher. Dennoch schlage sich die Grenzkriminalität in der Statistik nieder: Mit 983 Straftaten führten landesweit die Polen die nichtdeutsche Statistik an, gefolgt von 337 Tatverdächtigen aus Rumänien.

Die seien auch in Schwerin vor allem durch vermeintliche Spendensammlungen junger Frauen mit Klemmbrett in der Innenstadt oder durch Taschendiebstahl-Banden auffällig. Der Seniorenbeirat hatte eigens einen Präventionsfilm mitgebracht, in dem die unterschiedlichen Tricks der Betrüger und Diebe gezeigt wurden. Klares Fazit: Immer Körperkontakt zum Handgepäck halten, erhöhte Aufmerksamkeit am Geldautomaten, die Handtasche mit dem Verschluss zum Körper tragen und das Portmonee in der Innentasche – dann haben es Langfinger schwer.

Martina Joachim vom städtischen Präventionsrat empfahl den Besuchern, kostenlos Seniorensicherheitsberater zu Gesprächen einzuladen. Diese gäben auch Schulungen zu Kaffeefahrten. Und Peter Glück von der Volkssolidarität stellte den Hausnotruf vor, der nicht nur im Krankheitsfall Sicherheit geben könne, sondern auch bei Einbrüchen, Feuer oder Havarien. Zum Tag der offenen Tür am Mittwoch von 11 Uhr an gibt es im Haus der Begegnung in der Perleberger Straße dazu auch eine Ausstellung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen