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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 05:42 Uhr

Zugeparkt : „Die Situation ist dramatisch“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Besonders für Menschen mit einem Hanicap sind zugestellte Gehwege ein Problem, beklagt Behindertenbeiratsmitglied Angelika Stoof

von
erstellt am 11.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Zugestellt, zugeparkt, zugewachsen – in der Stadt werden die Bürgersteige oft so blockiert, dass selbst „normale“ Fußgänger auf die Straße ausweichen müssen. „Für Bürger mit einem Handicap ist die Situation dramatisch.“ Das sagt Angelika Stoof, Mitglied im Behindertenbeirat der Stadt und im Ortsbeirat Neu Zippendorf für die Unabhängigen Bürger mit Blick auf zugestellte Gehweg. „Vor allem in der Innenstadt ist es schlimm.“ Besonders für Rollstuhlfahrer sei es unangenehm. „Die wissen ja gar nicht mehr wohin“, so Stoof. Sie beklagt, dass zu wenig durch den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) kontrolliert wird. „Wenn wir anrufen, kommt jemand raus und es gibt ein Knöllchen – das ist aber zu wenig.“

Gabriele Kaufmann, die Chefin des Ordnungsamtes, kann das nur bestätigen. „Wir sind immer noch in einer Situation, in der wir wegen Personalmangels nur eingeschränkt kontrollieren können.“ Immerhin acht Stellen sind beim Ordnungsdienst nicht besetzt. „Die Mitarbeiter sind zwar täglich auf den Straßen unterwegs, können aber nur in der Innenstadt so gut es geht kontrollieren.“ In die anderen Stadtteile kommen sie nur, wenn jemand anruft.

Doch die Situation soll sich bald ändern. Das Innenministerium hat der Stadt erlaubt, die Stellen beim Ordnungsdienst extern auszuschreiben. „Wir haben eine ganze Reihen von Bewerbungen bekommen“, sagt Gabriele Kaufmann. „Die werden derzeit gesichtet.“ Die geeigneten Bewerber müssen dann noch geschult werden. Die Ordnungsamtschefin ist zuversichtlich, dass bald mehr Politessen in Schwerin unterwegs sein werden – auch in den Außenbezirken. „Dann werden wir auch wieder schwerpunktmäßig mal eine Woche lang in einem Stadtteil auf Streife sein“, kündigt Kaufmann an.

Das zunehmende Zustellen von Gehwegen mit parkenden Autos ist auch dem Amt für Verkehrsanlagen bekannt. Doch das erklärt sich beispielsweise für bauliche Veränderungen für nicht zuständig. „Parken auf Fuß- und Gehwegen ist in der Bundesrepublik generell verboten. Dieses Verbot wird nie beschildert, genauso wenig wie beispielsweise die Tatsache, dass wir in Deutschland Rechtsverkehr haben“, läßt Amtsleiter Bernd Smerdka schriftlich mitteilen. „Insofern ist das Ganze im Kern ein Kontrollproblem. Wo es am meisten hakt, wissen der KOD und die Polizei.“


 

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