Wassermassen in Schwerin : Die Seen laufen fast über

Brodelnd schießt das Wasser durch das Schleusenwehr in Banzkow. An der Stör reguliert Jürgen Paschelke den Abfluss aus den Schweriner Seen.
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Brodelnd schießt das Wasser durch das Schleusenwehr in Banzkow. An der Stör reguliert Jürgen Paschelke den Abfluss aus den Schweriner Seen.

Die enormen Regenmengen in den zurückliegenden Monaten sorgen für hohe Pegelstände der Schweriner Gewässer

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07. Februar 2018, 08:00 Uhr

Wer den Paulsdamm stadteinwärts entlang fährt, hat an einer Stelle den Eindruck, dass das Wasser des Langen Grabens bald auf die Straße läuft. „Wir haben sehr viel Wasser im See“, bestätigt Tillman Treber vom Lauenburger Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. „Bis zum so genannten Vollstau fehlen nur noch wenige Zentimeter.“ Nicht viel, denn bis zum Ende des Winters braucht das Amt noch eine Reserve – schließlich wird es weiterhin Niederschläge geben.

Reguliert wird der Wasserstand der Schweriner Seen am Wehr der Schleuse in Banzkow. Wegen der aktuellen Situation entscheidet das Wasserstraßenamt jeden Tag neu, ob mehr oder weniger abgelassen wird. Schaut man sich im Internet die Pegelstände der vergangenen Tage an, zeigt sich eine Sägezahnkurve: Der automatische Pegel an der Werderbrücke schwankt zwischen 125 und 126 Zentimetern.

Das Banzkower Wehr aufdrehen, geht aber auch nicht. Die Stör kann nur begrenzt Wasser aufnehmen, teilweise liegt ihr Wasserstand über dem Niveau der umliegenden Wiesen. Und vor zwei Jahren ist sogar schon einmal ein Damm gebrochen (SVZ berichtete).

„Wir haben eine außergewöhnliche Situation“, sagt auch Mark Sierks, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Schweriner See/Obere Sude. Er muss sich um die kleineren Gewässer kümmern. „Der Boden ist gesättigt. Großflächig steht das Wasser auf Feldern und Wiesen.“ Die Folge: Neuer Niederschlag rauscht direkt in die Abflüsse. „Diese Situation haben wir im Prinzip schon seit dem vergangenen Juli.“ Sierks nennt Zahlen: 2017 fielen 1000 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter in und um Schwerin, im langjährigen Mittel sind es so um die 600 Millimeter.

Das im Verbandsgebiet anfallende Wasser läuft zum großen Teil in die Schweriner Seen. „Noch haben wir bei dieser Entwässerung nicht so ganz große Probleme“, sagt Sierks. Allerdings erhöht dieser Zulauf dann wieder den Wasserstand der Schweriner Seen.

Jedes Jahr im Winter wird der Schweriner See angestaut, um im Sommer eine Reserve zu haben. Der mittlere Pegelstand liegt bei 111 Zentimetern, das mittlere Hochwasser bei 125 Zentimetern. Am 7. März 2002 wurde der höchste Wasserstand mit 133 Zentimetern gemessen. Doch es geht auch umgekehrt. Das mittlere Niedrigwasser liegt bei 92 Zentimetern. Am 27. Oktober 2003 zeigte der Pegel nur noch 84 Zentimeter an.

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